Mit „Isithunzi“ zeigt die Münchener Biennale im Einstein Kultur ein musikalisches Schattentheater zwischen Traumwelt und Zukunftsvision. Zu Komposition und Konzept von Monthati Masebe entwirft Shanice Ndlovus Libretto einen afrofuturistischen Bild- und Gedankenraum, der um Salz und Erinnerung, Blackness und queere Identitäten, Geister der Vergangenheit und Städte von morgen kreist – eine Wirklichkeit jenseits eurozentrischer Rationalität, in der Spiritualität und Irrationales keine Gegenwelt, sondern Spuren anderer Ordnungen von Wirklichkeit sind: Erinnerungen, Projektionen, Vorahnungen. Getragen wird der Abend von Masebe auch als Performerin, deren wandlungsfähige, ungezähmte Stimme dem westlich normierten Operngesang etwas „Anderes“ entgegensetzt. Zwischen westlichem Instrumentarium, afrikanischen Spieltechniken und elektronischen Klangwelten entsteht so ein transkulturelles Musiktheater.AS
★★★★☆ Sehenswert