Günther Maria Halmer (1943-2026). Die Trauerfeier fand im Chiemgau statt, im engsten Familien- und Freundeskreis, fernab der Öffentlichkeit. So hatten es der Schauspieler und seine Familie gewollt. © Luis Zeno Kuhn, Peter Schlecker
Es war, als ob am Freitag die Theater- und Fernsehwelt plötzlich stillstand: Wie berichtet, hat Günther Maria Halmer mit 83 Jahren den Kampf gegen eine schwere Krankheit verloren. Hier einige Reaktionen auf seinen Tod. Andreas Beck, Intendant des Staatsschauspiels: Vor circa einem Jahr haben wir mit den Proben zum „Brandner Kaspar“ begonnen. Ich habe mich so sehr auf diese Produktion mit Günther Maria Halmer gefreut. Ich kannte Herrn Halmer so wie viele ihn kannten – aus dem Fernsehen als Tscharlie – als der Münchner par excellence. Als Franz Xaver Kroetz diesen wunderbaren „Brandner Kaspar“ für uns schrieb, hatte ich schon etwas vorgebaut. Günther Maria Halmer und seine Frau waren häufige Besucher des Resi, und so habe ich mir nicht nur ein Herz genommen, sondern hatte schon eine leise Absicht, als ich ihn auf ein Getränk einlud. Zwischen den Zeilen konnte ich deutlich ausmachen, dass er nicht nur Lust zum Theater spielen hatte, sondern perfekt für diese Rolle sein würde. Ja sogar diese Rolle „unbedingt einmal spielen“ wollte.
Er war ein wundervoller Kaspar Brandner. Eine Rolle, in der so viele große, bayerische (!) Schauspieler geglänzt haben. Er hat diese Rolle geliebt. Das Stück. Diese Arbeit. Und es ist ihm schwergefallen, sie nach nur zwölf Vorstellungen abzugeben. Er sagte mir damals, er wäre krank und dass er jetzt fürs Erste pausiere und nicht mehr spielen werden könne. Ich habe ihm gesagt, dass die Rolle und wir auf ihn warten. Günther Maria Halmer musste einen schweren Weg gehen. Er war sehr mutig. Es tut mir so unendlich leid, weil wir alle, Felix von Manteuffel und Sigi Zimmerschied, das ganze Ensemble, Philipp Stölzl und ich auf seine Rückkehr gehofft, gewartet haben! Auf den ersten, den ältesten Brandner-Bruder dieser Inszenierung. Jetzt ist der Günther Maria Halmer wie der Brandner im Paradies. Es halfen weder Kirschgeist noch gezinktes Blatt im Spiel. Verdammter Boanlkramer. Es war mir eine große Ehre. Ich verneige mich vor einem wundervollen, großen Schauspieler. Applaus und stehende Ovationen für Günther Maria Halmer. Und danke, danke Dir, lieber Günther, für so vieles! Du bleibst uns, dem Residenztheater und Deinem Publikum in herzlicher Erinnerung. Markus Söder, Ministerpräsident: Ein echtes bayerisches Original mit internationaler Strahlkraft. Seit seinem unvergessenen Auftritt als Tscharlie in Helmut Dietls „Münchner Geschichten“ stand er in über 150 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera und feierte auch am Theater große Erfolge. Sein Markenzeichen waren Charakterrollen mit Platz für Humor und Wehmut, Charme und Widerspenstigkeit, Menschlichkeit und Verletzlichkeit. Günther Maria Halmer wird als Mensch und Künstler fehlen. Michaela May, Schauspielerin: Lieber Günther, mein lieber „Tscharlie“. So ist des im Leben… Zerst is schön, und dann is auf amoi alles vorbei! (Zitat aus „Münchner Geschichten“, die Red.) Ich hab‘ Dich bei mir, lieber Günther, aber ich werde Dich so vermissen! Flieg, flieg , lieber Günther wohin auch immer. Gute Reise, Deine „Susi“ Michaela. Florian Odendahl, Schauspieler: Lieber Günther, einfach danke für unsere gemeinsame Zeit auf der Bühne, vor der Kamera und vor allem abseits des Trubels. Du warst einer der unterhaltsamsten Menschen, denen ich begegnen durfte.
Dein direkter Blick aufs Wesentliche war unschlagbar, Dein unbeirrbarer Charakter bewundernswert. Ich hab Dich ins Herz geschlossen, Du bist immer dabei. Angela Roy, Schauspielerin: Danke lieber Günther für unsere schönen Drehzeiten. Ich bin unendlich traurig und hoffe, dass es Dir dort, wo Du jetzt bist, gut geht. Markus Blume,Kunstminister: Mit Günther Maria Halmer verliert Bayern einen außergewöhnlichen Charakterdarsteller und einen Künstler, der unserem Land über Jahrzehnte hinweg ein unverwechselbares Gesicht gegeben hat. Seine Figuren hatten Haltung, Wärme und menschliche Tiefe. Gerade deshalb haben ihn die Menschen so ins Herz geschlossen.