BIENNALE IN DER SCHAUBURG

Klänge aus dem Flunker-Gerät

von Redaktion

„Ihr wisst aber schon, dass alles ein Instrument sein kann, oder?“, fragt Anh Kiet Le ans Publikum gewandt – und tatsächlich wird dieses während der Vorstellung von „Wie das flunkert“ ins Geschehen eingebunden (Foto: Frol Podlesnyi). Vordergründig geht es darum, dass Lügen früher oder später ans Licht kommen. Die Essenz ist: Schauspieler Kiet Le will unbedingt Teil eines großartigen Bläserquintetts (Luca Chiché, Jakob Grimm, Christian Traute, Aljoscha Zierow) werden, dessen größter Fan er ist. Doch das Problem: Er spielt gar kein Instrument. Da hilft nur ein wenig Flunkerei – notfalls mithilfe eines vollautomatischen „Flunker-Geräts“, das als herrlich komödiantischer roter Faden durch die Inszenierung führt. Das Hauptanliegen dieses Musiktheaters für junges Publikum (Konzept: Daniella Strasfogel, Musik: Piyawat Louilarprasert) ist fraglos Empowerment: Jeder kann Teil von Musik sein. Musik steckt überall – selbst in Quietsche-Entchen oder Kokosnüssen. Umso schöner, dass die Münchener Biennale zu ihrem 20. Geburtstag gleich zwei Uraufführungen für junges Publikum präsentiert. „Wie das flunkert“ im Schauburg Labor ist ein sehr empfehlenswerter Beitrag.ANNA BEKE

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