NACHRUF

Eine entsetzliche Lücke

von Redaktion

„München Mord“-Star Alexander Held stirbt nach kurzer, schwerer Krankheit

Das Trio von „München Mord“: Marcus Mittermeier, Alexander Held und Bernadette Heerwagen. © ZDF

Helds Ehefrau Patricia starb bereits 2014. © Gnoni-Press

Alexander Held im Juni 2025 beim Münchner Filmfest. © Getty Images/Hannes Magerstaedt

„Der Tod ist der verlässlichste Teil unseres Lebens“, pflegte Alexander Held zu sagen. „Nur das Timing liegt nicht in unserer Hand.“ Jetzt ist der Schauspieler unerwartet und viel zu früh gestorben. Der 67-Jährige erlag bereits vergangene Woche einer schweren Lungenentzündung.

Das überraschende Ende eines Schauspielerlebens, das von Höhen und Tiefen, Anerkennung und Leidenschaft, vor allem aber von der tiefen Zuneigung des Publikums geprägt war. Bis zuletzt spielte Held in den ZDF-Krimis „Stralsund“ und „München Mord“ Kriminalkommissare mit Ecken und Kanten. Als chaotisches Ermittlergenie Ludwig Schaller komplettierte er das Team um Marcus Mittermeier und Bernadette Heerwagen. „In ,München Mord‘ haben wir eine Verbindung gefunden, die das Ganze zum Klingen bringt“, sagte Held einmal im Interview mit unserer Zeitung.

Es waren auch die Kollegen, die ihn auffingen, als er nach dem plötzlichen Tod seiner Ehefrau Patricia Fugger von Babenhausen (51) an den Set zurückkehrte. Das war 2014, eigentlich ein gutes Jahr, weil Held sich über den Bayerischen Fernsehpreis als bester Schauspieler freuen durfte. Doch nur wenige Tage vor der festlichen Gala stirbt seine Frau an einer Gehirnblutung. Der TV-Star findet sie bei seiner Rückkehr von Dreharbeiten leblos im Schlafzimmer des gemeinsamen Hauses in Tirol.

Es steht auf einer Anhöhe in der Nähe von Erl. Eine ehemalige Sennerei, liebevoll umgebaut, mit Blick auf die umliegenden Berge. Friedlich ist es hier und ruhig. „Ein Stück Heimat, das ein unglaublich guter Kontrast zu meinem Berufsleben ist, das mich ja fast immerzu in Städte führt“, schwärmte der gebürtige Münchner damals. Der Verlust seiner Frau steckte tief in seinem Herzen, trotzdem hielt er an dem gemeinsamen Haus und den Erinnerungen fest. Jetzt ist er selbst gegangen.

„Wir sind sehr traurig“, so ZDF-Fernsehfilmchef Frank Zervos. Wenn ich an Alexander Held denke, dann denke ich an seinen hintergründigen, melancholischen Blick, der seinem Spiel eine philosophische Note gab, und an seinen feinen Humor, mit dem er seine Rollen ausstattete. Alexander Held wird dem Film und Fernsehen sehr fehlen.“

Seine Laufbahn hatte er nach der Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule am Theater begonnen. Er war an den Münchner Kammerspielen ebenso zu sehen wie an der Freien Volksbühne Berlin und bei den Salzburger Festspielen. Während seiner Schulzeit war er Solosänger bei den Regensburger Domspatzen sowie ein talentierter Fußballspieler, der mit dem TSV 1860 München fünfmal die Jugendmeisterschaften gewann.

Große Anerkennung erntete Held für seine Rollen im „Tatort: Im Schmerz geboren“ sowie den TV-Mehrteilern „Tannbach“ und „Unterleuten – Das zerrissene Dorf“. Er spielte auch in einer Reihe von Kinofilmen wie „Schindlers Liste“, „Sophie Scholl – die letzten Tage“ und „Der Untergang“.

Die Liste der Preise ist lang, die Alexander Held als herausragenden Schauspieler adelt. Den Porzellanpanther widmete er 2014 in einer emotionalen Ansprache seiner verstorbenen Frau. „Ich hatte das Gefühl, von ihr gut begleitet zu sein. Mir war wirklich nicht nach Feiern zumute, aber ich wusste genau, dass ich es für Patricia machen muss“, sagte er. Gehadert habe er nie mit dem Tod, verriet Held im persönlichen Gespräch. „Nur das Timing war im Fall meiner Frau wirklich schlecht.“ Und auch jetzt sind sich Freunde, Weggefährten und all jene, denen er unvergessliche Fernsehunterhaltung schenkte, einig: Alexander Held ist zu früh gegangen – viel zu früh.ASTRID KISTNER

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