UNSERE KURZKRITIKEN

Bachmanns Spuren

von Redaktion

Sie ist eine Ikone der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts: Am 25. Juni wäre die österreichische Lyrikerin und Schriftstellerin Ingeborg Bachmann 100 Jahre alt geworden. Grund genug für den Münchner Autor Nicola Bardola, das Leben Bachmanns in München in einem Buch zu würdigen. Bachmanns Beziehung zur bayerischen Landeshauptstadt wird seit Jahrzehnten eindimensional gezeichnet – basierend auf einem Zitat eines Briefs, in dem Bachmann an München „fast alles deprimierend“ fand. Bardola hat sich aufgemacht, dieses Bild zurechtzurücken. Dass sich der Münchner in seinem Buch dabei selbst als Chronist vorstellt, weist auf den Stil des Werkes hin: Minutiös arbeitet sich Bardola durch zahlreiche, teilweise zuvor unveröffentlichte Briefwechsel Bachmanns mit Kollegen, Freunden und Weggefährten. Das wirkt auf den ersten Blick trocken, entwickelt auf schlanken 128 Seiten aber oft eine unerwartete Spannung. Bislang nie gezeigte Bilder runden das Lesevergnügen ab.DAS

Nicola Bardola:

„Ingeborg Bachmanns München“; Volk, 128 S.; 16 Euro.


★★★★☆ Lesenswert

Artikel 8 von 8