PHILHARMONIKER-KONZERT

Wilder Klavier-Spaziergang

von Redaktion

Ein schlaksiger Mann mit wilden Locken und ebensolchen Fingern brachte in der Isarphilharmonie die Stimmung zum Kochen. Für sein Debüt bei den Münchner Philharmonikern hatte sich der 26-jährige Georgier Giorgi Gigashvili (Foto: Giorgi Kobaia) genau das Richtige ausgesucht: Aram Chatschaturjans Des-Dur-Klavierkonzert – ein irres Stück, das zwischen rasenden Akkordkaskaden, rhythmischem Furor und zarter Innigkeit changiert. Unter der Leitung des mit gleicher Glut agierenden Alain Altinoglu waren die Philharmoniker dem Virtuosen hochmotivierte Partner. Dabei faszinierten nicht nur die dahinfetzenden, überrumpelnden Ecksätze, sondern auch das durch seine aparten Klangmischungen und die Glissandi des Flexatons unwirklich klingende Andante. Für den Pianisten, der in der Volkmusik ebenso wie im Pop oder in der elektronischen Musik unterwegs ist, schien das alles nur ein Spaziergang. Das Publikum jubelte. Es feierte auch Altinoglu und das Orchester für die beiden „L’Arlésienne“-Suiten. Die erste filterte Bizet selbst aus seiner Schauspielmusik, die zweite Ernest Guiraud – mit viel Temperament, Kolorit und einem Flöten-Solo vom Feinsten musiziert.GABRIELE LUSTER

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