„Ich brauche das Gefühl von frischem Wind“: David Garrett kommt mit seinem Tourprogramm „Millennium Symphony“ in die Landeshauptstadt. © Schneider-Press/Raphael Stötzel
Schneller, höher, weiter! Superlative sind bei Geiger David Garrett fix zur Hand. Und so werden diesen Sommer auch am Münchner Königsplatz wieder große Geschütze aufgefahren. Unter dem Titel „Millennium Symphony“ spielt der Publikumsliebling am 21. August ein Programm, dass Charthits von Coldplay bis Harry Styles im typischen Garrett-Sound präsentiert. Von poppig bis klassisch, begleitet von seiner Band und einem großen Orchester.
Welche Erinnerungen haben Sie an Ihren letzten Auftritt am Königplatz?
Das ist bestimmt mindestens zehn Jahre her. Aber gerade deshalb freue ich mich unglaublich, wieder vor dieser beeindruckenden Kulisse zu spielen und „Millenium Symphony“ zum Ende der Tournee quasi wieder „nach Hause“ zu bringen.
Zum Tourstart im März 2025 konnte man „Millennium Symphony“ noch in der Olympiahalle erleben. Spielt es sich unter freiem Himmel anders?
Ich liebe Outdoor-Konzerte. In einer Halle hat man meist nur ein Meer von Handys vor sich. Und dann sind noch Scheinwerfer auf mich gerichtet. Deshalb ist es unglaublich inspirierend, mal außerhalb dieser schwarzen Box spielen zu dürfen und zu sehen, was um mich herum passiert. Ich habe meinem Promoter auch extra gesagt: Bitte schau, dass es schöne Plätze werden, auf denen wir spielen. Nicht nur fürs Publikum, sondern auch für mich. Nach knapp über 100 Konzerten brauche ich auch selber ein bisschen dieses Gefühl von frischem Wind.
Konzerte auf dem Königsplatz haben immer Event-Charakter. Steigert das den Erwartungsdruck?
Es ist auch für mich ein Event. In erster Linie, weil ich hier die Gesichter der Menschen sehe und ihre Reaktionen hautnah mitbekomme. Außerdem bringt ein Open Air immer eine zusätzliche Spontaneität, weil man nicht alles kontrollieren kann. Ich bin grundsätzlich Perfektionist. Aber es gibt eben auch Situationen, in denen ich sage: Jetzt ist mir die Energie des Moments wichtiger als reine Perfektion.
Open-Air-Konzerte sind einerseits als große Show angelegt, aber immer auch ein Stück weit ungefiltert. Weil die Licht-Show bis zum Sonnenuntergang eher spartanisch ausfällt.
Absolut! Aber das tut dem Programm überhaupt keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil! Ich glaube, dass der Fokus dadurch sogar noch mehr auf der Musik liegt. Was manche Stücke noch einmal ganz anders wirken lässt. Aber wenn wir die Möglichkeit haben, Licht einzusetzen, dann tun wir das in der zweiten Hälfte natürlich.
Die Bühnenshow ist auf so einer großen Stadion-Tournee ja auch ein wesentlicher Teil des Konzepts, oder?
Die Basis ist immer die Musik. Ein gut zusammengestelltes Programm muss im Stadion genauso funktionieren wie unplugged bei mir zu Hause im Wohnzimmer. Es muss einen roten Faden haben und die Menschen emotional abholen. Sonst hilft auch die aufwendigste Lichtshow nicht.
Trotzdem finden sich auf der Setlist viele Nummern, die sich als echte „Stadion-Klassiker“ bezeichnen lassen. Ich denke da an „Seven Nation Army“ oder „Wake me up“.
Das sind Songs, die vor einem großen Publikum noch mal ganz anders reinhauen. Und deshalb ist „Seven Nation Army“ auch unser Opener. Ich will die Menschen sofort packen und sagen: Hier sind wir, lasst uns zusammen Spaß haben. Und spätestens „Wake me up“ ist dann immer der letzte Eisbrecher, bei dem alle aufstehen und feiern. Egal ob in China, Argentinien oder in Schweden.
Hat sich das Programm im Laufe der Tour verändert?
Natürlich. Weil auch ich mich in diesen 18 Monaten als Mensch und Musiker verändert habe. Es ist immer ein Prozess. Man fühlt sich mit jedem Konzert wohler und wird auch spontaner, was Moderationen angeht. Wenn man so viele Konzerte von Mexico City und New York City bis Tokio oder Shanghai spielt, ist es immer wieder spannend, wie unterschiedlich das Publikum reagiert.
Also ein Work in Progress?
Ich würde sagen, dass wir inzwischen die optimale Form gefunden haben. Aber wir versuchen trotzdem, jeden Abend ein bisschen was anderes zu machen. Da spielt dann einer vielleicht mal eine virtuose Bassline, die uns so gefällt, dass wir sie für die nächsten Konzerte behalten. Das ist das Schöne bei einer Tour, dass wir die Chance haben mit der Musik zu wachsen.
Konzert
am 21. August;
muenchenticket.de.