Filmregisseur und Autor Edgar Reitz. © Tittel/dpa
Mehr als 70 Preisträger wurden in den letzten 25 Jahren für ihre Werke mit dem Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke ausgezeichnet.
Der von Elisabeth Wicki-Endriss im Gedenken an das filmische Schaffen ihres Mannes Bernhard Wicki (1919-2000) initiierte Preis ehrt seit 2002 künstlerisch herausragende Filme mit humanistischer, gesellschaftspolitischer und friedensstiftender Dimension.
Der Ehrenpreis geht in diesem Jahr an einen der prägendsten Filmemacher des deutschen Kinos: Edgar Reitz, Mitunterzeichner des Oberhausener Manifests und Mitbegründer des Neuen Deutschen Films, dessen Gesamtwerk von „Mahlzeiten“ bis „Leibniz“ sechs Jahrzehnte Kinogeschichte umspannt.
Weltberühmt wurde er mit seinem Heimat-Zyklus: In 52 Stunden erzählt er darin die Geschichte des 20. Jahrhunderts aus der Sicht einer Familie im Hunsrück – und zieht als roten Faden eine tiefe Sehnsucht durch alle Teile: die Sehnsucht, eben diese Heimat zu verlassen. Die Jury begründet die Auszeichnung: „Edgar Reitz hat dem deutschen Film etwas geschenkt, das die Zeit überdauert: ein Werk von außergewöhnlicher Tiefe und Wahrhaftigkeit, das kollektive Erinnerung bewahrt und Menschen weltweit berührt. Ein Filmchronist, wie ihn das deutsche Kino nur einmal hervorbringt.“
Regisseur und Drehbuchautor Ilker Catak erhält für seinen Film „Gelbe Briefe“ den nationalen Friedenspreis. Catak zeige „mit erschreckender Präzision, wie autoritäre Systeme nicht nur Freiheiten nehmen, sondern das Vertrauen zwischen Menschen zerstören“, so die Jury. Der Film, der von einem Theaterpaar in Ankara erzählt, das Berufsverbote erhält, mache „das Innenleben politischer Unterdrückung spürbar wie kaum ein Film“. Die Auszeichnung ist mit 7500 Euro dotiert und wird am 23. Juni im Cuvilliés-Theater verliehen.
Den ebenfalls mit 7500 Euro dotierten internationalen Friedenspreis erhält Regisseurin Cherien Dabis für „Im Schatten des Orangenbaums“. Basierend auf der Geschichte ihrer Familie erzählt Dabis das Schicksal einer palästinensischen Familie im Westjordanland.DPA