Regen? I wo! The Offspring rocken bei jedem Wetter.
In Feierlaune: die Fans bei Rock im Park. © Karmann/dpa (2)
Gefeiert: Iron Maiden um Sänger Bruce Dickinson ließen es in Nürnberg krachen. © Weigand/Rock im Park
Der Weg ist frei. Wo sonst tausende zwischen den drei Bühnen von Rock im Park wuseln, zwischen Essensständen und dem nächsten Konzert kleines bis großes Gedränge herrscht, ist am Samstagabend viel Platz. Des Rätsels Lösung heißt Iron Maiden: Alle wollen die Grandseigneurs des Metal in Nürnberg sehen – die inzwischen weitläufigere Utopia-Stage ist bis in den Biergartenbereich gefüllt.
Planmäßig hätten Bruce Dickinson und Co. um 20.40 Uhr ihren Headliner-Auftritt beginnen sollen. Doch gut Ding will auch im Rock Weile haben. Und so wird es kurz nach 21 Uhr, bis die sechs Herren unter bedrohlich dunklem Abendhimmel mit „Murders in the Rue Morgue“ in eine zweistündige Metal-Oper starten. Voller Maskeraden, visueller Effekte und mit perfekt abgemischtem Sound, der bis in den hintersten Winkel und vermutlich übers Reichsparteitagsgelände hinaus zu den zahlreichen Zuhörern außerhalb des Festivalgeländes satt und klar klingt.
Und natürlich mit Eddie, dem ewigen Bandmaskottchen, das zu „Killers“ erstmals über die Bühne läuft. Es ist eine Menge geboten bei diesem Auftritt der britischen Metal-Opas, natürlich auch musikalisch. Von „The Number of the Beast“ bis zu „Fear of the Dark“ ist alles dabei. Schade nur, dass die neuen Leinwandtürme ausgerechnet beim Headliner Sendepause haben.
Rock im Park punktet in diesem Jahr mit vielen Schwergewichten des Genres. Zu denen gehören auch die Punk-Rocker von The Offspring, die bei ihrem Auftritt den einzigen kurzen Regenschauer des Tages abbekommen. „Ach, es hat geregnet?“, stellt Gitarrist Noodles irgendwann fest. „Dafür feiert Ihr aber richtig gut!“ Richtig gut sind auch die Amerikaner, die klingen, als seien sie einer Zeitmaschine entstiegen.
Nach Iron Maiden ist vor Sabaton: Die Schweden haben nicht ganz so viel Bühnenbild dabei, dafür zünden sie an der Mandora-Stage ein Feuerwerk. Besser gesagt: mehrere Feuerwerke. Und nach Samstag ist vor Festival-Finale: Am Sonntag stehen mit Papa Roach, Limp Bizkit und Headliner Linkin Park noch einmal ganz große Namen auf den drei Bühnen bei Rock im Park.
Die Macher schauen derweil schon in die Zukunft und haben am Freitagabend nach dem gefeierten Headliner-Auftritt von Volbeat den ersten Headliner für 2027 bekannt gegeben: Blink 182 werden zum ersten Mal bei den Zwillingsfestivals auftreten. Der Vorverkauf startet am morgigen Dienstag.KATHRIN BRACK