Wenn der Tod Menschen aus dem Leben reißt, ist das für die Hinterbliebenen schier unerträglich. Für Familie und Freunde, aber auch für die Kollegen. Und wenn man zusammen Musik macht, verschwimmen die Grenzen vollends, war man doch als Kollege auch Teil einer Familie. Bill Evans traf es tief, als „sein“ begnadeter Kontrabassist Scott LaFaro 1961 im Alter von nur 25 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam. Der Pianist verfiel in Depression und dem Heroin. Mit dem neuen Bassisten Chuck Israels kämpfte er sich 1962 aus der Misere und widmete dem toten Kollegen das Balladen-Album „Moon Beams“. Der Eröffnungssong „Re: Person I knew“ lässt Trauer, aber auch Trost fühlbar werden – Evans sollte ihn zeitlebens live spielen. Standards wie „Polka Dots And Moonbeams“ sind nicht weniger betörend. Analogue Productions hat das Werk nun klanglich makellos neu herausgebracht.LÖ
The Bill Evans Trio:
„Moon Beams“ (Riverside/Analogue Productions).
★★★★★ Hervorragend