Ein großes Event ohne Neil Diamond ist heutzutage kaum denkbar – dank seines famosen Gassenhauers „Sweet Caroline“. Doch während die Welt zu seiner Musik feiert, kämpft der Gigant aus New York City mit den Folgen von Parkinson. Nun, mit 85, lässt er noch mal von sich hören. „Wild at Heart“ ist der dritte und letzte Teil der Kooperation mit Produzent Rick Rubin, dem Spezialisten für berührende Spätwerke. Eingespielt 2007, waren Diamond die zehn Songs damals zu karg. Jetzt wurden sie im Studio aufpoliert. Ergebnis ist eine akustische Zeitkapsel aus den Nullerjahren. Begleitet von brillanten Musikern wie den Tom-Petty-Haudegen Mike Campbell und Benmont Tench, klingt Diamond ungeschminkt, als säße er im Wohnzimmer. Ob das beschwingte „You never know“ oder das zarte „You still look good to me“ – die Stimme, das Songwriting, alles ist noch da. Ein wehmütiges, aber vitales Alterswerk.JH
Neil Diamond:
„Wild at Heart“ (Universal/Capitol).
★★★★☆ Hörenswert