UNSERE KURZKRITIKEN

Rasante Story, schaler Charme

von Redaktion

Gut durchdacht, gut gemacht – aber wirklich nachhallend ist dieser Krimi nicht: Ulrich Wickert war einst der beliebte Star-Moderator bei der ARD, jetzt schreibt er Sachbücher über sein Lieblingsland Frankreich und dort spielende Krimis. Der vierte Fall seines Pariser Untersuchungsrichters Jacques Ricou – jetzt als Taschenbuch neu aufgelegt – beginnt rasant: Das Hausboot eines Models ist abgebrannt, sie verschwunden, und ein Erpressungsversuch schlägt bis nach Berlin hohe Wellen. Wickert schreibt sehr salopp, greift als Autor auch mal wertend ein und lässt seinen ermittelnden Protagonisten viel Zeit, sich selbst zu entfalten und (kulinarisch) zu genießen. Typisch Frankreich eben. Doch Klassiker wie George Simenons „Maigret“ bleiben trotzdem unerreichbar, vor allem der von Wickert gezeichnete Pariser Charme ist zu gewollt und teils zu ausufernd langatmig demonstriert.AMA

Ulrich Wickert:

„Das achte Paradies: Ein Fall für Jacques Ricou“;
Piper Taschenbuch, 336 Seiten; 14 Euro.


★★★☆☆ Annehmbar

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