Edle Ohrringe aus Gold gibt‘s in der neuen Kollektion.
Barack Obama mit seiner Schwester Auma. © Instagram
Sie liebt München, freut sich immer, wenn sie an der Isar ist. Nun hat Dr. Auma Obama ihre Schmuckkollektion auf der Dachterrasse des Bayerischen Hofs vorgestellt. © Oliver Bodmer
Ob ihr Bruder Barack ihren Schmuck tragen wird, weiß Dr. Auma Obama (66) nicht. „Aber die Stücke sind grundsätzlich auch etwas für Männer“, sagt die gebürtige Kenianerin und lacht. Obama, die Schwester des früheren US-Präsidenten Barack Obama (64), mit dem sie einen engen Kontakt pflegt, beteiligt sich neuerdings an einem Luxus-Schmucklabel, das in Afrika produziert.
Ein Herzensprojekt, denn funkelndes Geschmeide fand die studierte Germanistin, Soziologin, Journalistin und Vorsitzende der Auma Obama Foundation – Sauti Kuu, die Kindern in Afrika hilft, schon immer wunderschön. „Schmuck weckt auch Erinnerungen“, sagt sie. Als Obama ein kleines Mädchen war, schenkte ihr ihr geliebter Vater eine Herzkette mit einem grünen Stein, dazu die passenden Ohrringe. „Die habe ich immer noch.“
Ihren neuen Job in der Schmuckbranche begründet Obama offen: „Ich bin ein Mensch, der selten an sich selbst denkt. Von meiner Stiftungsarbeit kann ich kein großes Geld erwarten, trotzdem muss ich überleben.“ Durch Kontakte kam sie an Nils Steinkopff. Mit ihm finalisierte sie Auma Obama Fine Jewelry. Ein Projekt, das Obamas Philosophie entspricht, ethisch korrekt zu sein, wie sie sagt.
„Es geht darum, wirklich Geschäfte miteinander zu machen. Wenn eine deutsche Firma mit Frankreich zusammenarbeitet, nennt man das Wirtschaft. Wenn sie mit einer kenianischen Firma zusammenarbeitet, heißt es Entwicklungshilfe. Warum? Das wollte ich ändern.“ So kommen die Edelsteine für Obamas Schmuck aus Madagaskar.
„Und schon dort, wo der Rohstoff entnommen wird, beginnt die Wertschöpfungskette. Die Minenarbeiter, die diese Steine aus der Erde holen, werden respektiert und angemessen entlohnt – mit einem Gehalt, vergleichbar mit dem eines Lehrers in ihrem Land. Das hebt sie in die Mittelschicht“, so Obama.
„Wir müssen gerecht behandelt und am Profit beteiligt werden – als echte Teilhaber an der Wertschöpfungskette, nicht nur als Lieferanten von Rohstoffen. Und bei den Produkten für den Schmuck habe ich genau das gefunden.“ Seit über einem Jahr arbeitet Obama an ihrem neuen Projekt. Den Schmuck designt sie nicht selbst: „Ich gebe aber Feedback, was man besser oder schöner machen kann.“
Verschiedene Ringe, Ohrringe und Halsketten aus Gold und Edelsteinen werden zunächst online auf Bestellung verkauft. Die Kosten für den Schmuck liegen zwischen 2000 und 8000 Euro. „Jedes Stück ist ein Unikat. Wir legen sogar den Namen des Minenarbeiters bei, der den jeweiligen Stein gefunden hat“, so Obama.
Transparente Produktionswege, die Obama auch von anderen Unternehmen fordert. Aber auch die Verbraucher nimmt sie in die Pflicht. „Hier liegt die Verantwortung: Schau auf das Label. Wie ist das Produkt hergestellt worden? Kann ich es mit gutem Gewissen kaufen, tragen oder verschenken? Das sollte man sich fragen – mehr und mehr.“
Mit dem Vorurteil, Afrika sei ein armes Land, möchte die Autorin aufräumen. „Afrika ist nicht arm. Es gibt arme Menschen in Afrika – aber der Kontinent und seine Länder sind nicht arm.“ Die Armut in bestimmten Bereichen – wie dem Bergbau und der Rohstoffgewinnung – entstehe durch Ausbeutung. „Firmen kommen von außen, holen unsere Rohstoffe und zahlen Hungerlöhne.“ Deshalb appelliert Obama: „Wenn sich eine Afrikanerin oder ein Afrikaner meinen Schmuck leisten kann, ist das ein Zeichen, dass man endlich auf Augenhöhe miteinander wirtschaftet.“TERESA WINTER