Neues für Alte Meister

von Redaktion

Festakt 200 Jahre Alte Pinakothek: So geht‘s in die Zukunft

Sammlungsleiterin Dr. Mirjam Neumeister mit Kunsthändler Konrad Bernheimer.

Unter dem Porträt Ludwig I.: Kunstminister Markus Blume, Bauminister Christian Bernreiter und Anton Biebl, Leiter der Staatsgemäldesammlungen. © Fotos: Marcus Schlaf

Vor dem Jüngsten Gericht von Rubens: Bauminister Christian Bernreiter erinnert an die Bedeutung der Alten Pinakothek. © Winszczyk/fkn

Ausgerechnet unter dem sechs Meter hohen „Jüngsten Gericht“ von Peter Paul Rubens, zwischen Himmelfahrt und Höllensturz, traten die Festredner ans Pult. Doch weder Kunstminister Markus Blume, noch Bauminister Christian Bernreiter ließen sich davon beeindrucken, galt es doch, ausschließlich lobende Worte über den Bau zu finden, der seit 200 Jahren das Herzstück der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen bildet: die Alte Pinakothek. Am 7. April, dem wahrscheinlichen Geburtstag von Malerkönig Raffael, legte König Ludwig I. den Grundstein für diese einmalige Sammlung, die sich aus dem höchst umfangreichen Gemäldeschatz der Wittelsbacher speist.

Zum Festakt am Montagabend lud Bernreiter in den spektakulären Rubens-Saal, um an die Bau- und Sammlungsgeschichte zu erinnern. In der Tat ist die Alte Pinakothek der erste reine Galeriebau in Europa, entworfen von Hofarchitekt Leo von Klenze. Er schaffte Oberlichter für natürliche Beleuchtung und Nordlichtkabinette für empfindliche Gemälde sowie ausgeklügelte Heiz- und Lüftungssysteme. Der Museumsbau wurde damit nicht nur zum internationalen Vorbild (u.a. für die Eremitage in St. Petersburg), sondern vor allem war er „kein royaler Tempel mehr, sondern ein Haus für die Münchner Bürgerschaft“, so Blume.

Und die kommen noch heute in Scharen. Knapp eine halbe Million Besucher zählte man im vergangenen Jahr, ein Rekord, mit dem man nach den schweren Zeiten in der Pandemie nicht mehr gerechnet hatte. Doch ein Museum mit einer bedeutenden Sammlung und attraktiven Öffnungszeiten allein reicht nicht mehr. Ein sogenannter Digital Officer soll die Staatsgemäldesammlungen ins 21. Jahrhundert führen. Dessen Aufgabe werden vor allem die Digitalisierung der Sammlungsbestände und Archive sein, sowie auch der Ausbau der Social-Media-Aktivitäten. Dafür ist extra eine Stelle geschaffen worden. „Bis jetzt sind 40 gute Bewerbungen eingegangen“, sagt Anton Biebl, der Leiter der Bayerischen Staatsgemäldeammlungen. Dafür fiel allerdings eine Kuratoren-Stelle weg. Die altniederländische Malerei übernimmt nun die neue Sammlungsdirektorin Dr. Mirjam Neumeister, die auf den ausgeschiedenen Professor Bernhard Maaz folgte.

Neumeister skizzierte in ihrem Vortrag, wie überhaupt die Gemäldesammlung entstand: Zusammengetragen von den bayerischen Herzögen und Kurfürsten, waren die Werke bis 1800 in den Residenzen in Düsseldorf, Mannheim und Zweibrücken untergebracht. Zusammengeführt unter dem Dach der Alten Pinakothek entstand eine der weltweit größten Sammlungen europäischer Malerei mit Werken von Rubens, Rembrandt, Dürer, da Vinci. Ebenfalls beim Festakt dabei: Vertreter der Wittelsbacher, wie Sophie Prinzessin von Bayern.MARIA ZSOLNAY

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