Laut Albert Hammonds Siebzigerjahre-Hit regnet es in Kalifornien nie. Wobei: Er grenzt seine Aussage auf Südkalifornien ein, und das zu Recht. Nordkalifornien kann ein Lied von ergiebigem Niederschlag in den Wintermonaten und einer Vielzahl von Nebeltagen zwischen den Jahreszeiten singen. Insofern verwundert es nicht, dass die Gegend eine pulsierende Blues-Szene hervorgebracht hat – auch, wenn man mit dem „Golden State“ auf den ersten Blick fröhlichere Musikstile verbinden würde. Geht es nach der neuen, zweiten Platte der Band des Gitarristen Carmen Ratti, hat der San-Francisco-Blues Chicago-Klarheit, Memphis-Soul-Wärme, Rhythm’n’Blues-Komplexität und Rock’n’Roll-Glanz. Ratti bat erneut die Soul- und Bluessängerin Jill Dineen ans Mikrofon, deren gerade, ungekünstelte Art zu singen perfekt zum mit Sachkenntnis vollstreckten Sound der Band passt.CU
Carmen Ratti Band featuring Jill Dineen:
„Come To Me“ (MoMojo Records).
★★★★☆ Hörenswert