„Wir bündeln unsere Kräfte “

von Redaktion

Moritz und Valentin Renner über das erste „Muniq Jazz Festival“

Versuchen sich am großen Format: Moritz (li.) und Valentin Renner. © J. Marsmann, R. Fischer

Freischaffende Jazzmusiker sind zwar meist in ihrer Szene gut vernetzt, aber letztlich doch Einzelkämpfer. Dass das auch anders geht, zeigt sich in München seit 2023, als sich Sängerin Fiona Grond, Saxofonist Moritz Stahl, Pianist Luca Zambito, die Schlagzeuger Valentin Renner und Sebastian Wolfgruber sowie Kulturmanagerin Isumi Rögner zum Niq-Kollektiv zusammenschlossen. Nach ersten kleineren Konzerten geht man nun „all in“: Am Freitag und Samstag findet im Kreativquartier an der Dachauer Straße das erste „Muniq Jazz Festival“ statt. Neben Produktivkräften der Münchner Szene gibt es internationale Gäste. Eine der vier Bands pro Abend ist jeweils eine Weltpremiere: Am ersten Abend erhält Posaunist Moritz Renner Carte Blanche, sich ein handverlesenes Quartett zusammenzustellen. Wir haben mit den Brüdern Moritz und Valentin Renner gesprochen.

Wie kam es zur Gründung des Niq-Kollektivs?

Valentin Renner: Wir sind alle eh durch verschiedene Bands verbunden. Da dachten wir uns, es wäre schön, unsere Kräfte zu bündeln. Wir haben das dann kombiniert mit verschiedenen kleinen Reihen, die wir selbst organisiert haben und in denen man sich in einer Art Safe Space ausprobieren kann.

Haben Sie sich angeschaut, wie das bei erfolgreichen Vorbildern in Berlin oder Köln funktioniert?

Valentin Renner: Es gibt nicht ein Vorbild, das wir kopieren wollen. Diese Szenen in diesen Städten funktionieren ganz anders als die hier. Aber natürlich schaut man sich ab, was einem gefällt, was die Ausrichtung, die Bühnen oder auch die Vermarktung betrifft. Gleichzeitig ist uns wichtig, auch neue Konzerträume einzubeziehen wie die Skatehalle im Kreativquartier, die kein üblicher Konzertort ist. Unser Programm präsentiert einerseits aufstrebende Künstler, andererseits haben wir mit den beiden Carte-Blanche-Formaten auch etwas Neues reingebracht: Die Schlagzeugerin Eva Klesse aus Leipzig hat dort die Möglichkeit, mit Musikern aus der Münchner Szene zusammenzuarbeiten. Moritz stellt sich eine Band mit Musikern außerhalb Münchens zusammen.

Moritz Renner, Sie haben sich für ein relativ ungewöhnliches Projekt ohne Schlagzeug, dafür mit Gesang entschieden. Wie kam‘s dazu?

Moritz Renner: Meine Musik hat bisher immer sehr vom Schlagzeug gelebt. Umso interessanter fand ich den Gedanken, es mal ganz wegzulassen und zu schauen, welche Besetzungsoptionen es da gibt. Eine Gitarre zu haben, ein warmes Instrument, und einen Kontrabass mit seinem akustischen, holzigen Klang, dazu Posaune und Gesang: Die Kombi finde ich sehr spannend. Ella Zirina, eine super Gitarristin, und ich haben uns schon 2021 im Bundesjugendjazzorchester kennengelernt, also in diesem großformatigen Kontext. Jetzt musizieren wir in dieser kleineren Besetzung zusammen. Die Sängerin Francesca Gaza kenne ich aus Basel, sie hat auch schon Bigband-Stücke von mir dirigiert. Und Robert Landfermann ist einfach ein unfassbarer Musiker, dessen Bassspiel europaweit heraussticht.

Soll das „Muniq Jazz Festival“ eine regelmäßige Veranstaltung werden?

Valentin Renner: Da kann man sich noch so viele Gedanken vorab machen – letztlich wird man am Wochenende sehen, wie das Ganze angenommen wird. Aber es wäre natürlich ein Traum, das Festival regelmäßig stattfinden zu lassen.

Informationen und Tickets

für die Konzerte am 19. und 20. Juni unter www.niq-kollektiv.de.

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