„Fühlt euch wohl“

von Redaktion

Jazzmusiker Pat Metheny in der Isarphilharmonie

Das ist mal ein effektvoller Beginn: Von den Seiten marschieren vier Musiker, jeder eine Trommel umgeschnallt, durchs Publikum auf die noch abgedunkelte Bühne der Isarphilharmonie, von der sich bald Gitarrenklänge dazumischen. Spot an, die Musiker nehmen an ihren angestammten Instrumenten Platz und dann strömt dieser unverwechselbare glockenhelle Klang aus Pat Methenys Ibanez-Hollowbody-Gitarre, leitet und trägt seine ganz spezifische, jazzbasierte Fusionmusik, wie sie so nur von diesem scheinbar alterslosen, inzwischen 71-jähigen, ewigen Sonnyboy kommen kann. Side-Eye nennt Metheny sein aktuelles Quintett mit Tasteninstrumenten und Bass (beide in akustischen und elektrischen Varianten), Schlagzeug und einem auch seine Stimme instrumental einsetzenden Perkussionisten. Besetzungswechsel werden numeriert – die aktuelle Ausgabe ist die Version „III+“.

Metheny spielt eine überwiegend warmgetönte Instrumentalmusik, offeriert mit sympathisch einladender Crossover-Geste: Hey, ihr braucht keine Jazzkenner zu sein, folgt mir einfach und ihr werdet euch wohlfühlen. Tut man dann auch, weil Metheny das Quintett immer wieder auf Duo- und Trioformate verschlankt, zwischen Transparenz und Opulenz pendelt. Ins Repertoire des aktuellen Albums streut er gelegentlich Klassiker aus seiner nun schon 50 Jahre währenden Karriere ein, wechselt zwischendurch ebenso zur akustischen Gitarre wie zum Gitarren-Synthesizer. Das sorgt für größtmöglichen Abwechslungsreichtum, ohne dass das Ganze auseinanderfällt. Und wie immer verwöhnt er seine Fan-Gemeinde großzügig. Nach deutlich mehr als zwei Stunden muss man feststellen: Als stabiler Brückenbauer zwischen Kunstanspruch und Massentauglichkeit macht Pat Metheny so schnell keiner was vor.REINHOLD UNGER

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