Will keine reine Jubelfeier: Katharina Wagner. © Armer/dpa
Kehrtwende in Bayreuth: Festspielleiterin Katharina Wagner hat sich nach der Absage eines Gedenkkonzerts und einer damit verbundenen Rede Michel Friedmanns bei dem Publizisten entschuldigt. „Es tut mir wirklich sehr leid!“, schrieb Wagner in einem Brief an den 70-Jährigen, aus dem die „SZ“ zitiert. „Eine reine Jubelfeier wäre für mich unerträglich!“ Die Veranstaltung solle wie ursprünglich geplant stattfinden.
Hintergrund sind die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Festspiele. Im Rahmen eines Gedenkkonzerts sollte Friedmann eine Rede über Richard Wagners Antisemitismus halten. Im Juni wurde die Veranstaltung überraschend abgesagt, angeblich aus Sicherheitsgründen. Mancherorts wurde das als Vorwand empfunden.
Friedmann nahm die Entschuldigung an. Wagner habe sich „nie mit dem das ganze Land prägenden Antisemitismus ihrer Vorfahren gemein gemacht – sehr im Gegenteil“, sagte er. Ihr Bedauern sei „ernsthaft und glaubwürdig“. Zuvor hatte er die Absage scharf kritisiert: „Das ist in einer Demokratie der Tod durch Selbstmord.“ Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sprach von einer „Bankrotterklärung“.