Gaudi mit Quatro

von Redaktion

Glamrock-Urgestein im Circus Krone

Suzi Quatro und ihre Band lieferten im Circus Krone keine Billig-Retro-Show ab. © Martin Hangen

Bassspiel statt Passspiel! Glamrock-Urgestein Suzi Quatro hat ihren Fans im ausverkauften Münchner Circus Krone ein prächtiges WM-Kontrastprogramm geboten. Die Frau aus Detroit überzeugte mindestens so sehr wie Gastgeber USA bei der Weltmeisterschaft. An Selbstbewusstsein fehlt es Suzi Q. nicht. Sie verkündete triumphierend: „Wir feiern heute 62 Jahre in diesem Business“ – denn bereits mit 14 war sie mit ihren Schwestern als Teenie-Star unterwegs. Die Fans feierten enthusiastisch mit. Motto: „Yes we Can the Can.“

„Can the Can“, ihr erster Solo-Hit von 1973, war einer der Höhepunkte der Best-of-Show – die aber im Gegensatz zu müde gewordenen Weggefährten wie Sweet oder Smokie nicht in rührselige Nostalgie abdriftete. Denn Mrs. Quatro macht immer noch fabelhafte Musik, drei Alben sind seit 2019 zusammengekommen. Und die neuesten Hits wie „Little Miss Lovely“ fallen gegenüber den Klassikern kaum ab.

Eine „Little Miss Lovely“ ist Suzi Quatro auch mit 76 noch. Sie spielt Bass, Klavier und Schlagzeug – und wirft mit Hits von „She’s in Love with You“ bis „If you can’t give me Love“ verschwenderisch um sich. Mit drei Bläsern und zwei hyperaktiven Chor-Ladys ist hier auch keine Billig-Retro-Show unterwegs, sondern ein zeitgemäßes Konzert Jahrgang 2026.

Nur auf eine Gaudi Quatro müssen die Fans verzichten. Den legendären schwarzen Leder-Overall lässt Suzi in der Garderobe: „Es ist einfach zu verdammt heiß.“ Zum Trost verspricht sie: „Wenn ihr toll mitsingt, komme ich am 15. Oktober 2027 wieder nach München. Ach, wisst ihr was: Ich komme auf jeden Fall.“ Im Herbst ist dann bestimmt wieder Leder-Wetter.JÖRG HEINRICH

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