Bildbände verbergen oft einen Schatz. Den Schatz eines Künstlers, dessen Werk sich dank guter Experten zu einem großen Ganzen verbindet. Doch nur selten sind in diesen Wälzern so genaue analytische Anmerkungen zu lesen wie hier. Kritisch hinterfragen die Autoren von „Max Pechstein – Vision und Werk“ nicht nur den Werdegang des 1881 in Zwickau geborenen Malers, sie ordnen auch dessen „Doppelexistenz“ während der NS-Zeit ein. Sie stellen seine Werke in den kunsthistorischen Kontext und erklären, warum Pechstein oft fälschlicherweise als Aushängeschild der Künstlervereinigung „Brücke“ dargestellt wird. Zudem wird seine Suche nach der „endgültigen Form“ zwischen den Weltkriegen klar – und warum er sich der Kraft des grafischen Elements zuwendet und als Vertreter des Expressionismus eine „lockere Hand der Pinselstriche“ bevorzugt. Dazu gibt’s die vom Hirmer-Verlag gewohnt exzellent gedruckten Werke.AMA
Aya Soika (Hg.):
„Max Pechstein: Vision und Werk“.
Hirmer Verlag, 224 Seiten; 49,90 Euro.
★★★★★ Hervorragend