ALBUM

Intimität mit Roger Cicero

von Redaktion

Als Pianistin Julia Hülsmann und Sänger Roger Cicero sich 2006 zusammentaten, war das für die Jazzerin das Finale einer Trilogie von Alben, auf denen sie ihre Musik in Verbindung mit Lyrik brachte. Für Cicero war es ein Schritt hin zu einem größeren Publikum – das er noch im selben Jahr mit seinem Swing-Album „Männersachen“ erobern sollte. Zehn Jahre später starb er überraschend, und auch das ist nun schon wieder zehn Jahre her. Die Intimität von „Good Morning Midnight“ nimmt mit diesem Wissen noch mehr gefangen. Die Arrangements sind luftig, Bläser und Bandoneon setzen Akzente. Hülsmann hat zehn Gedichte der Amerikanerin Emily Dickinson vertont, dazu kommt noch Nick Drakes „River Man“, und wie durch ein Wunder vermählen sich das 19. Jahrhundert, die späten Sixties und das urbane Idiom des Jazz zu einem stimmigen Ganzen. Erstmals und sorgfältig gefertigt ist das schöne Album nun auf Vinyl zu haben, limitiert auf 1000 Stück.

Julia Hülsmann Trio with Roger Cicero:

„Good Morning Midnight“ (Act).


★★★★☆ Hörenswert

Artikel 7 von 8