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von Redaktion

Die Tiroler Festspiele in Erl bringen am Auftakt-Wochenende einen Opern-Doppelabend heraus

Jonas Kaufmann, Festspiel-Intendant. © Bender

Suzid durch Schlangenbiss: Sopranistin Véronique Gens als Cléopâtre, aufgefangen von der Schauspielerin Maryam Abu Khaled. © TFE/Xiomara Bender

Ihr Leben hauchen beide Frauen aus. Und jeweils auf eigenen Wunsch: In „La Mort de Cléopatre“ von Hector Berlioz legt sich die Titelheldin eine giftige Schlange an die Brust, in „Suor Angelica“ von Giacomo Puccini bringt sich eine junge Ordensschwester um, nachdem sie vom Tod ihres unehelichen Kindes erfahren hat. Zwei tragische Frauenschicksale, im ersten Fall als „dramatische Kantate“, also als konzertantes Stück komponiert, im zweiten Fall als Opern-Einakter. Bei den Tiroler Festspielen werden diese Werke nun gekoppelt zur ersten Premiere des Erler Sommers, sie ist an diesem Freitag.

Intendant Jonas Kaufmann (der in diesem Sommer nicht auf der Bühne steht) konnte für das Doppel eine renommierte Regisseurin gewinnen: die Britin Deborah Warner. Am Pult des Festspielorchesters steht Edward Gardner, Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra und Musikdirektor der Norwegischen Nationaloper in Oslo. Und auch die beiden Hauptrollen sind prominent besetzt: Véronique Gens ist als Cléopatre zu erleben, Corinne Winters als Angelica.

Mit dieser Stückauswahl gehen die Tiroler Festspiele durchaus ein Wagnis ein. Kaufmann und sein künstlerisches Team riskieren Ausflüge in Randbereiche des Repertoires – und bieten als Lockstoffe hochkarätige Besetzungen. Ein ähnlich gelagerter Fall ist die Oper „We are the lucky Ones“ von Philip Venables, die am 18. Juli Premiere hat. Das Stück wurde 2025 in Amsterdam uraufgeführt und befasst sich mit Menschen, die zwischen 1940 und 1949 geboren wurden. Gehören sie wirklich zu einer glücklichen Generation, wie der Stücktitel suggeriert? Das fragten sich die Dramatikerin Nina Segal und der Regisseur Ted Huffman, die aus Interviews mit Vertretern dieser Generation einen Operntext schufen. Der Brite Philip Venables komponierte daraus eine groß besetzte Oper.

Mit der dritten Musiktheaterpremiere des Sommers bewegt sich Erl auf vertrautem Terrain. Seit ihrer Gründung im Jahr 1998 widmen sich die Festspiele den Musikdramen Richard Wagners. Sein „Fliegender Holländer“ hat am 11. Juli Premiere. Es inszeniert ein Mann quasi aus der Nachbarschaft: Josef E. Köpplinger, Intendant des Gärtnerplatztheaters. Und am Pult steht Asher Fisch, Chefdirigent des Festivals. Die Titelrolle übernimmt Christopher Maltman, einer der derzeit wichtigsten Heldenbaritone.

Wie immer bilden die Opern die Stützpfeiler des Festivals. Dazu gibt es noch eine Reihe von Konzerten, zur Eröffnung der Festspiele dirigiert Asher Fisch zum Beispiel heute Abend Bruckners dritte Symphonie. Wie fast jedes Mal reist die Musikbanda Franui nach Erl, ihr Programm „Mahler goes Circus“ wird gleich dreimal gezeigt.

Weil konzertante Oper schnell auf die Bühne zu bringen und beim Publikum äußerst beliebt ist, gibt es Bizets „Carmen“ mit Aigul Achmetshina (Titelrolle) und Michael Fabiano (Don José), es dirigiert wieder Asher Fisch. Und eine Besonderheit ist die „Ménage à trois: Clara, Robert und Johannes“. Sie erinnert an die miteinander verbundenen Persönlichkeiten Johannes Brahms, Clara und Robert Schumann. Es singt Bariton Samuel Hasselhorn, es liest eine Opernlegende: Waltraud Meier.MARKUS THIEL

Informationen

zum genauen Programm und
zum Vorverkauf unter tiroler-festspiele.at.

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