UNSERE KURZKRITIKEN

Das Leben – ein Illusionstheater

von Redaktion

Das Glück gehört den Skrupellosen. Laura jedenfalls versteht es bereits als Kind, ihren Vorteil aus dem Unglück anderer zu ziehen und sich dabei selbst zu erhöhen: „Schon in der siebten Klasse war mir klar, dass man ohne Drama niemand war, dass Aufmerksamkeit eine Währung ist, die man sich verdienen muss. Und jetzt hatte ich das perfekte Drama – eine todkranke beste Freundin.“ Das sagt die zynische Antiheldin aus Ronja von Rönnes neuem Buch „Alles Liebe“. Der Erzählband der Autorin und Moderatorin besteht aus fünf eigenständigen, größtenteils locker miteinander verwobenen Geschichten. Um Liebe geht’s dabei allerdings eher vordergründig. Die eigentlichen Themen sind Betrug und Selbstbetrug, Täuschung und Selbsttäuschung, das Leben als großes Illusionstheater. Leichtfüßig überspringt die Autorin dabei 20 Jahre. Die eigentliche Klammer ist Laura, das Biest des unterhaltsamen, spannenden, bösen und tragischen Buchs, der wir am Ende in einem furiosen Finale wiederbegegnen.SP

Ronja von Rönne:

„Alles Liebe“; dtv, 240 Seiten; 23 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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