Schauspielerin Maria Furtwängler. © Breiteneicher/ABR
Dorothee Erpenstein mit Florian Herrmann.
Kollegen: Tobias Moretti mit Veronica Ferres.
Wenn es darum geht, beeindruckend gute Zahlen zu vermelden, dann geht Florian Herrmann doch sehr gerne ans Rednerpult. Beim Empfang des FilmFernsehFonds Bayern, kurz FFF genannt, verkündete der Medienminister, dass in den vergangenen 30 Jahren eine Milliarde Euro in die Förderung von Filmprojekten geflossen sind. Eine Milliarde für Produktionen, die wiederum den Filmstandort Bayern unterstützen. Denn darum geht‘s: „Der wirtschaftliche Effekt, der durch die Förderung ausgelöst wird, ist fast das Dreifache“, so Herrmann. Sprich, wenn hier gedreht wird, verdienen alle mit, die Kreativen, die Dienstleister, selbst die Gastro- und Hotelbranche.
Wer mit wie viel gefördert wird, das entscheidet das Team um FFF-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein. „Bayern hat über Jahrzehnte eine Förderkultur aufgebaut, die lokale Geschichten ebenso filmisch umsetzt wie spannende Themen, die überall verortet sein können. Hier entstehen Filme und Serien, die ein bayerisches Publikum ansprechen, aber auch international Beachtung finden“, erklärt Erpenstein. Oder die sogar mit einem Oscar ausgezeichnet worden sind, wie „Nirgendwo in Afrika“ der Münchner Regisseurin Caroline Link oder „Das Leben der Anderen“, produziert von dem Münchner Duo Wiedemann & Berg. Insgesamt, so Erpenstein, standen 23 Filme, die vom FFF gefördert worden sind, auf Platz 1 der Kinocharts, darunter Kassenknüller wie „Das Kanu des Manitu“ von und mit Bully Herbig, der Dauer-Kindererfolg „Die Schule der magischen Tiere“, „Extrawurst“ mit Hape Kerkeling oder kürzlich „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ von Simon Verhoeven mit seiner Mutter Senta Berger in der Hauptrolle.
Auch wenn es in Bayern recht gut funktioniert: „Wir brauchen eine Reform der Filmförderung und damit kommen wir auf Bundesebene gut voran. Wir stehen kurz vor einem Abschluss“, verspricht Florian Herrmann beim Empfang. Er ist für die Investitionsverpflichtung, die von Sendern und Streamingdiensten einen verpflichtenden Beitrag fordert, der wiederum in den Produktionsstandort Deutschland fließt.
Eine, die sich immer aktiv für den Filmstandort Bayern eingesetzt hat, ist Veronica Ferres. Die Schauspielerin kämpft für bessere Förderbedingungen, versucht, auch internationale Großproduktionen nach Bayern zu locken. Auch sie ist Gast an diesem heißen Donnerstagmittag auf der Praterinsel, wo der FilmFernsehFonds seine Mitglieder und jede Menge Schauspieler geladen hat. Auch mit dabei: Tobias Moretti, der auf dem Münchner Filmfest gleich mit zwei Produktionen vertreten ist. „München Beats“ über den Kunstpark Ost und die Krimiserie „Gnadenlos“. Er ist einer, der gut im (Film-)Geschäft ist. Allerdings hat er noch ein zweites Standbein. „Ich muss jetzt nach Hause, dort wartet auf dem Hof jede Menge Arbeit auf mich. Es ist Erntezeit.“MARIA ZSOLNAY