Die Location ist spektakulär – und selbst Kunstinteressierten nicht wirklich bekannt. Das Atelier Rosa im Norden von Schwabing, in der Osterwaldstraße 89, ist eine Komposition aus grobem Sichtbeton und riesigen Glasfronten, umgeben von hohen Bäumen. An sich schon ein Kunstwerk und ein Architekturjuwel, gebaut und geplant 1965 von dem Münchner Bildhauer Hermann Rosa. Sein (ehemaliges) Atelier wird in den nächsten Tagen zur Heimat der Pop-up-Galerie von Constantin Hemmerle und Tim Aumüller. Die beiden Münchner – Hemmerle kommt aus der gleichnamigen Schmuckfamilie – suchen sich für ihre handverlesenen Pop-up-Verkaufsausstellungen bevorzugt solche außergewöhnlichen Plätze. 25 Gemälde und Skulpturen haben sie diesmal weltweit zusammengetragen, von Künstlern u.a. aus Australien, Brasilien (Lucas Rubly), Korea. Ihr Konzept: ein Mix aus etablierten Künstlern, wie Günther Förg oder Gotthard Graubner, der für rund 250.000 Euro angeboten wird, und Künstler, „die gerade vor ihrem Durchbruch stehen“, so Aumüller. In Australien haben sie Emily Kam Kngwarray entdeckt, „eine Künstlerin, die im Outback gelebt hat“.
Hemmerle und Aumüller kaufen und verkaufen nach einem sehr persönlichen Prinzip. Bereits kurz nach der Hängung kommen die ersten Interessierten. Bei der Vernissage achten die beiden auf einen Mix aus Prominenz, Sammlern, Interessierten. Zu sehen ist die Ausstellung mit dem Titel „Common Ground“ noch bis Samstagabend.MARIA ZSOLNAY/FOTO: JENS HARTMANN