Saunalandschaft Stiller

von Redaktion

Letztes Heimspiel: Die Sportfreunde bringen das Tollwood zum Dampfen

Will keinen Gang zurückschalten: Peter Brugger, der Sänger der Sportfreunde Stiller, dirigiert die schwitzende Menge in der Tollwood-Arena. © Alex Scharf

„Wir sind immer noch hier“, lautet der erste Song des neuen Sporti-Albums „Happy Birthday“ – ein Lied, aus dem die ehrliche Dankbarkeit über die bisherige Karriere spricht und die Freude, wie viele Fans auch nach 30 Jahren noch zu den Konzerten strömen. Genau damit beginnen die Sportis auch ihr letztes Heimspiel zum Jubiläum. Die Arena auf dem Tollwood ist natürlich ausverkauft, nur sechs Wochen nach einer Riesensause mit 10.000 Fans in der Olympiahalle sowie Auftritten im Backstage und im Volkstheater.

„In München zu spielen, gibt uns ein Heimatgefühl, denn wir fühlen uns hier geborgen“, bekennt Rüdiger „Rüde“ Linhof. Was spielt man nun als Hommage an die Heimat? Im Gegensatz zum Konzert in der Olyhalle gibt es keinen Special Guest mit der Spider Murphy Gang, dafür kredenzen die Sportis als Schmankerl ihren vom Publikum umjubelten Kracher „Heimatlied“. Nebenbei geben sie der heimischen Musiklandschaft Gelegenheit, sich auf der großen Bühne zu präsentieren. Als Vorband spielte sich die Münchner Indie-Gruppe Kytes in viele neue Herzen. Als Tourgitarrist ist zudem mit Mario Radetzky der Sänger der Münchner Alternative-Rock-Kombi Blackout Problems mit dabei, vorgestellt als „Mario der Wunderbare“.

Trotz des neuen Albums liegt der Fokus an diesem Abend auf der umfangreichen Bandgeschichte. Das Publikum hat bei jedem Hit eine Mordsgaudi und die Spielfreude der Sportis treibt die Temperaturen im Zelt schnell in die Höhe. „Wir haben hier drin gerade stabile 42 Grad“, grinst Peter Brugger vergnügt. Aber weder Fans noch Band wollen einen Gang zurückschalten, vielmehr erhöhen Klassiker wie „7 Tage, 7 Nächte“ die Gradzahl in der Saunalandschaft Tollwood.

Ihre Fußball-Hymne „54, 74, 90, 2006“ spielt die Band nicht – vielleicht ist der Schmerz nach dem WM-Aus noch zu frisch. Dafür startet Brugger nach einem Ausflug ins Publikum mitten in der Halle „Ich Roque“, eine Hommage an den früheren FC-Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz. Ähnlich wie die Sportis ist der immer noch aktiv und stammt zufällig aus dem schönen Paraguay! In einem alten Einspieler grinst er mitten im Lied zusammen mit der Band in die Kamera. Zur Krise der deutschen Nationalmannschaft haben die Sportis nur den augenzwinkernden Tipp, dass das WM-Aus mit dem Germeringer Trainer Hans Stiller keinesfalls jetzt schon erfolgt wäre. Eben dieser Hans Stiller trainierte Brugger und Weber in der Bezirksliga und fungierte als Namensgeber der Band.

Bei „New York, Rio, Rosenheim“ zünden die Sportis die Konfetti-Kanone, und das textsichere Publikum tanzt begeistert mit, während bei „Siehst du das genauso“ Handylichter das Zelt erhellen. Die Fans wollen ihre Lieblinge beim Heimspiel kaum von der Bühne lassen, getreu dem Hit „Ein Kompliment“: „So schön, dass man nie darauf verzichten mag.“ Das riecht nach einem Wiederholungsspiel.MICHAEL HELLSTERN

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