Alles nur parfümiert und weichgespült: Der typische Deutsch-Österreicher, gestählt durch tiefgründelnde Kunstlieder à la Schumann und Wolf, rümpft gern die Nase über die Produkte des westlichen Nachbarn. Wenn man aber die Kleinodien von Gounod, Godard oder Massenet so singt wie Cyrille Dubois, ist da nur noch Wonne und Staunen. Der französische Tenor mit der biegsamen, in allen Lagen leicht ansprechenden Sonnenstimme ist der beste seines Fachs. Nicht nur an der musterhaften Technik liegt das, sondern auch am Stilbewusstsein. Mit dem vokalen Goldgriffel werden da die Linien nachgezeichnet. Ein singulärer, entwaffnender Nuancenkünstler. Alles klingt dabei vollkommen natürlich, die Brüsseler Philharmoniker unter Pierre Dumoussaud lassen diese Musik in gedeckten Farben schillern. Ein Album voller Entdeckungen – und das perfekte Anti-Depri-Mittel.TH
„So Poétique!“
Cyrille Dubois, Brussels Philharmonic, Pierre Dumoussaud (Alpha).
★★★★★ Hervorragend