Eine zwanzigtägige Erkundung der Heimat, manchmal zu Fuß, oft auch mit Bus oder Bahn. Der österreichische Komponist Ernst Krenek unternahm 1929 mit seiner Familie eine riesige Runde von und nach Wien. Skurrile Menschen und Situationen begegneten ihm, manchmal musste die kleine Gruppe mit dem Wetter kämpfen. Aber letztlich ist der Liederzyklus „Reisebuch aus den österreichischen Alpen“ das klingende Psychogramm einer Nation. Und das fällt nicht unbedingt beruhigend aus, doch dies hat sich ja bis heute nicht geändert. Kreneks Komposition knüpft an Franz Schubert an, zugleich übertritt sie bewusst die Grenzen zum (bösen) politischen Kabarett. Alexander Kaimbacher singt das mit authentischem, hochflexiblem Tenor-Ton, vor allem aber nicht zu aufgegrellt – die Lieder könnten zur billigen Wirkung verleiten. In Pianistin Anna Sushon fand der Österreicher dafür eine Stil- und Wesensverwandte.TH
Ernst Krenek:
„Reisebuch aus den österreichischen Alpen“.
Alexander Kaimbacher, Anna Sushon (Gramola).
★★★★★ Hervorragend