So ist das mit den Edel-Zutaten: Ein hochkarätiger Dirigent, ein herausragender Chor und ein ebensolches Orchester ergeben zusammengerührt noch lange keine singuläre Interpretation. Nachzuhören ist das hier am Requiem und an der c-Moll-Messe von Wolfgang Amadé Mozart. Ganz abgesehen davon, dass auf den Solo-Positionen nur zwei überzeugende Besetzungen singen (Emily D‘Angelo, Michael Volle). Yannick Nézet-Séguin gibt sich zwar up to date in Sachen Aufführungspraxis. Doch die Details runden sich nicht zum logischen Ganzen. Manches will kantabel klingen, ist unterm Strich aber kraftlos, ohne Intensität. Normalerweise dirigiert Nézet-Séguin mit ansteckendem Temperament, hier wirkt vieles nur hergestellt, wie maskiert. Es sind zwei unstete, in ihrem Aufbau unentschlossene Interpretationen. Da kann man sich noch so sehr an der Klangkultur des Rias-Kammerchores und am technischen Niveau des Chamber Orchestra of Europe laben.TH
Mozart:
Requiem, c-Moll-Messe. Rias-Kammerchor, Chamber Orchestra of Europe, Yannick Nézet-Séguin (DG).
★★★☆☆ Annehmbar