Unser Guckloch zur Vergangenheit ist kaum einen Nadelstich groß. Die Internationalen Stummfilmtage im Filmmuseum München sind stets beste Gelegenheit, den Blick etwas zu weiten. Hier gibt‘s – immer mit Live-Musikbegleitung – freilich auch Klassisches zum Wiedersehen und zum Schließen eigener Kino-Lücken. Wer etwa G.W. Pabst nur durch Daniel Kehlmanns fragwürdiges „Lichtspiel“ kennt, kann heute um 20 Uhr mit „Tagebuch einer Verlorenen“ (Foto: Wikimedia) dessen wahre Kunst erleben. Aber es gibt vor allem Entdeckungen: Film-Pionierinnen wie Marie Harder, neue Rekonstruktionen wie „Die Hintertreppe“ oder japanische und sowjetische Melodramen. Ein Fokus liegt auf Komödien mit Lubitsch, Laurel & Hardy, Chaplin ebenso wie dem vergessenen Charles Bowers. Tief in die Kino-Urgründe führt ein Programm zu den Anfängen des Films in München (12. Juli), am Abschlussabend (26. Juli) gibt es eines mit internationalen Raritäten von 1895-1910. Informationen zum genauen Programm unter muenchner-stadtmuseum.de/film.WIL