Die Opernsparte vertraut auf einen der populärsten Titel überhaupt: Bizets „Carmen“ hat am 26. Juli Premiere. Asmik Grigorian, Salzburgs Primadonna, singt die Titelrolle (Foto: Olivia Kahler) – was ungewöhnlich ist: Eigentlich ist sie Sopranistin, die Partie ist aber für einen Mezzo geschrieben. Teodor Currentzis, ebenfalls Salzburger Stammgast und umstritten wegen seiner angeblichen Russland-Kontakte, dirigiert. Dem gegenüber steht eine für Salzburg legendäre Oper: „Saint François d’Assise“ von Olivier Messiaen wurde in den Neunzigerjahren in einer unvergesslichen Inszenierung herausgebracht. Nun ist eine Neuproduktion der biblischen Franziskus-Oper ab 4. August in der Felsenreitschule zu erleben. Maxime Pascal dirigiert, Romeo Castellucci, Spezialist für große, rätselhafte Bilder, inszeniert. Und weil Salzburg nun mal Mozart-Stadt bleibt, gibt es „Così fan tutte“ (ab 6. August). Die Besonderheit: Die Produktion (Regie: Christof Loy, Dirigentin: Joana Mallwitz) war 2021 erstmals während der Corona-Phase zu sehen, damals in einer gekürzten Form. Nun folgt die eine „vollständige“ Fassung.
In der Schauspiel-Sparte bleibt der „Jedermann“ mit Philipp Hochmair der Renner, die Inszenierung von Robert Carsen lief 2024 erstmals auf dem Domplatz und hat an diesem Samstag Wiederaufnahme-Premiere. Mit Goethes „Faust I“ setzt Salzburg ab 25. Juli auf den ultimativen Klassiker, Steven Scharf spielt die Titelrolle, Valery Tscheplanowa den Mephistopheles. Ulrich Rasche ist für Regie und Bühne verantwortlich. Die Inszenierung ist eine Koproduktion mit dem Residenztheater und in München ab 6. November zu erleben. Peter Handkes „Schnee von gestern, Schnee von morgen“ ist eine Uraufführung. (27. Juli), Jossi Wieler führt Regie. Es spielen Jens Harzer und Marina Galic. Eine weitere Uraufführung gibt es am 16. August in Hallein: „Unter Tieren“ von Elfriede Jelinek, es spielen Mavie Hörbiger, Caroline Peters und Sebastian Rudolph. Von der Papierform her, von den Stücktiteln und von den Besetzungen ist diese Saison eine der stärksten der vergangenen Jahre. Die Planung ist das Werk des geschassten Intendanten Markus Hinterhäuser, der nach der Trennung von Schauspielchefin Marina Davydova auch diese Sparte betreute.TH