Auch wer die Fußball-WM nicht vor Bildschirmen und Leinwänden verfolgt, wird dieses Buch goutieren können. Mit Charme und immer auch einem Augenzwinkern erzählt Journalist Rüdiger Liedtke 111 Geschichten aus der Welt des Fußballs, die verblüffen und in ihrer Zeit – von den Fünfzigerjahren bis heute – weit über die Sportnachrichten hinausreichten. FIFA-Präsident Gianni Infantino wird ebenso auf den Prüfstand gestellt wie die „Hand Gottes“ Diego Maradonas. Man erfährt, wie Günter Netzer fast Professor wurde oder das Satiremagazin „Titanic“ die WM-Vergabe 2006 beeinflusste und wie schwer es der Frauenfußball hatte. So wurden die Siegerinnen des EM-Turniers 1989 – statt mit einer Geldprämie wie die männlichen Kollegen – mit einem 41-teiligen Kaffeeservice von Villeroy und Boch „geehrt“. Hier geht’s um die Kultur des Sports, das Buch lässt aber auch tief in unsere Kulturen blicken.VES
Rüdiger Liedtke:
„111 Fußball-Storys, die jeder kennen muss“.
Emons-Verlag, 240 Seiten; 18,95 Euro.
★★★★☆ Lesenswert