Barbara Mundel (Foto: Marcus Schlaf) hat ihre Bewerbung für eine Vertragsverlängerung an den Münchner Kammerspielen zurückgezogen. Der Schritt kommt nicht überraschend, das Haus soll nach dem Willen der meisten politischen Entscheidungsträger ohnehin mit einem neuen Intendanten oder einer Intendantin weitermachen. Mundels Vertrag läuft bis 2028. „Zuletzt hat das öffentliche und politische Ränkespiel um die Zukunft der Münchner Kammerspiele einen Zustand erreicht, der für das Theater und seine Mitarbeitenden unwürdig und nicht weiter tragbar ist“, teilte Mundel mit. Als Intendantin habe sie die Verantwortung, Schaden von den Kammerspielen abzuwenden. Sie habe vor einiger Zeit Interesse an einer Vertragsverlängerung gezeigt, ihre Gesprächsbereitschaft sei aber nicht aufgegriffen worden – „was ich respektiere“. Das Bestreben, Mundel abzulösen, stößt auch auf Widerstand. In einem offenen Brief haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Stadtspitze dazu aufgefordert, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Kritisiert wird, dass man nicht mit Mundel und der Belegschaft in Dialog getreten sei. 90 Beschäftigte haben unterzeichnet – von 300. Mundel hat mit ihren Produktionen nicht immer glückhaft agiert, in jüngster Zeit aber Tritt gefasst. Die Kammerspiele verzeichnen aktuell eine Auslastung von 80 Prozent – weniger als andere Münchner Häuser.MM