Neue Sichtbarkeit

von Redaktion

Reform der bayerischen Häuser: Dorothea Volz über die Chancen für ihr Theatermuseum

Eindrücklich: Inszenierte Fotofragien von Puppen in stereotypen weiblichen Rollenbildern.

Die aktuelle Ausstellung im Deutschen Theatermuseum: Fotografien der US-amerikanische Künstlerin Laurie Simmons. © Thomas Dasbuber (2), Yannick Thedens

Bayerns Museen steht ein radikaler Umbau bevor. Wie berichtet, arbeitet Kunstminister Markus Blume (CSU) an einer großen Offensive, die bis zum 1. Januar 2029 umgesetzt sein soll. Unter anderem betroffen: das Deutsche Theatermuseum in München, das mit in die Pinakothek der Moderne integriert werden soll. Deren Direktorin Dorothea Volz kann den Plänen der Staatsregierung durchaus viel Positives abgewinnen. Perspektivisch bedeute die Reform „eine größere Sichtbarkeit für Themen, Bestände und Fragestellungen“ des Theatermuseums, sagt sie auf Nachfrage unserer Zeitung. „Und dies in enger Zusammenarbeit im neuen Verbund der Pinakothek der Moderne.“

Fragen wie die nach dem künftigen Standort würden jetzt Teil des beginnenden Prozesses. „Der aktuelle Standort bleibt für bestandsbezogene Aufgaben, auch im Hinblick auf Nutzerinnen und Nutzer, für uns unerlässlich“, so Volz. Zudem befänden sich die Büros von Mitarbeitenden dort. Abgesehen davon: Neben der aktuellen Ausstellung mit Fotografien von Laurie Simmons (eine Kooperation mit der Sammlung Goetz) seien weitere Ausstellungen für die nächsten zwei Jahre in der Galeriestraße fest geplant. „Am 13. Oktober eröffnen wir ,Future, now‘ und beschäftigen uns mit Vorstellungen von der Zukunft“, kündigt Volz an und fügt hinzu: „Gerade jetzt ein umso passenderes Thema.“ Im kommenden Jahr wolle man sich der Film-, Fernseh- und Theatermetropole München in den 1980er-Jahren widmen.

Ob Stellen gestrichen werden? „Ziel des Prozesses und Aufgabe der Reformkommission war es nicht, welche einzusparen“, sagt Volz. Die Reform werde es aber ermöglichen, Stellen an neue Anforderungen anzupassen und Personalentwicklung zu betreiben – „was aktuell tatsächlich fast unmöglich ist“.

Insgesamt sieht Dorothea Volz Chancen in der Offensive für ihr Haus. „Mit der Reform gewinnt das Theatermuseum neue Sichtbarkeit im Verbund der Museen der Pinakothek der Moderne.“ Für sie und ihr Team sei das eine sehr schöne Bestätigung ihrer Arbeit, der Themen, Ausstellungen, Angebote und Forschungsfragen, „die klar für die interdisziplinäre Anschlussfähigkeit des Museums und seiner Inhalte stehen“.

Im Weißbuch, das die Reformvorhaben festhält, sei die Empfehlung zur weiteren Stärkung der Pinakothek der Moderne als Museum der interdisziplinären Zusammenarbeit unter Einbezug des Deutschen Theatermuseums und der Sammlung Goetz beschrieben. „Damit kommen zwei weitere einzigartige Häuser mit ebenso einzigartigen Beständen zu den bereits vorhandenen Sammlungen und ergänzen diese, wie ich finde, auf ganz großartige Weise“, so Volz. „Mit Schwerpunkten im Bereich Performing Arts, Kulturgeschichte und Medienkunst.“

Überhaubt habe der Freistaat Bayern als einziges Bundesland ein Deutsches Theatermuseum unter seinen Staatsmuseen. „Dieses Bekenntnis zu den performativen Künsten, die Wertschätzung der Kunstform Theater und ihrer zentralen Rolle für die Kulturgeschichte spiegelt sich auch in dieser neuen Standortsetzung wider“, meint Volz. Und erinnert an ein Szenario von vor einigen Jahren. Bereits vor der Gründung der Pinakothek der Moderne wurde über eine Eingliederung des Theatermuseums in den dortigen Museumsverbund diskutiert. Damals kam es nicht dazu. Jetzt gibt es also eine neue Chance. Es klingt, als würden alle Beteiligten sie nutzen.STEFANIE THYSSEN, MARIA ZSOLNAY

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