Zensur-Vorwurf gegen das ZDF

von Redaktion

Mit dem Vorwurf eines „Eingriffs in die Meinungs- und Kunstfreiheit“ haben die Musiker Danger Dan und Igor Levit das ZDF scharf attackiert. Gestern machten beide auf Instagram öffentlich, die ZDF-Intendanz habe kurz vor Beginn der Aufzeichnung der aktuellen Folge der Kabarettsendung „Die Anstalt“ ein Veto gegen ihren geplanten Auftritt eingelegt. Die beiden wollten in der Jubiläumsausgabe der Sendung ein antifaschistisches Lied mit dem Titel „Keine Angst“ aufführen, das heute erscheint. Eine offizielle schriftliche Begründung für die kurzfristige Ausladung haben sie nach eigenen Angaben nicht erhalten. Den Vorgang bezeichnen sie als „skandalös“. Die Musiker erklären, sie hätten das Stück bereits vor Wochen beim Sender eingereicht, der „hauseigene Justiziar“ des ZDF habe dem Lied zugestimmt und „grünes Licht“ gegeben. In einem Statement zur 100. Ausgabe von „Die Anstalt“ bestätigt das ZDF die geplante Zusammenarbeit. Danger Dan sei zu einer „Performance seines neuen Liedes, das sich mit dem Thema ,Widerstand gegen Rechtsextremismus‘ befasst“, eingeladen gewesen. Zudem sei eine „sich daran anschließende diskursive Befassung damit“ geplant gewesen. Der Künstler sei aber wieder ausgeladen worden, da der „Text des Liedes als Aufruf zu Gewalt verstanden werden“ könne. Während Danger Dan und Igor Levit den Schritt als unzulässige Beschneidung von Meinungs- und Kunstfreiheit kritisieren, verweist der Sender mit seiner Begründung auf die Grenzen des Sagbaren im öffentlich-rechtlichen Programm.

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