Trauer um Wicki-Endriss: Schauspielerin mit 82 Jahren gestorben

von Redaktion

Elisabeth Wicki-Endriss bei ihrem letzten Auftritt. © ASP

Vor knapp vier Wochen zeigte sich Elisabeth Wicki-Endriss noch in München auf dem roten Teppich. Beim von ihr 2002 gegründeten „Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke“, der in diesem Jahr zum 25. Mal verliehen wurde. Es sollte der letzte öffentliche Auftritt der Witwe des berühmten Schauspielers und Regisseurs Bernhard Wicki werden. Wie ihre Familie jetzt mitteilte, ist die 82-Jährige bereits am 16. Juli verstorben.

Elisabeth Wicki-Endriss, geboren als Elisabeth Roswitha Endriss am 2. Juli 1944 in Eger im Sudetenland (heute Cheb, Tschechien), wuchs als Schauspielerkind hinter der Bühne und vor der Kamera auf – bereits mit vier Jahren stand sie für den Film „Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies“ (1948) vor der Kamera. Sie erhielt ihre Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München, arbeitete vor allem am Theater, drehte aber auch zahlreiche Kino- und Fernsehfilme. 1977 lernte sie Bernhard Wicki kennen und wirkte in seinen Filmen „Sansibar oder der letzte Grund“ und „Das Spinnennetz“ mit.

Nach dem Tod von Wickis langjähriger Ehefrau Agnes Fink heirateten Wicki und Endriss 1995. In den Jahren seiner schweren Erkrankung pflegte sie ihn selbst und stellte dafür ihre eigene künstlerische Arbeit zurück. Die Idee zum Friedenspreis kam ihr in der Trauerzeit nach Wickis Tod im Jahr 2000, als ihr Blick auf eine Urkunde der Vereinten Nationen fiel, mit der Wicki einst für seine Verdienste um den Frieden geehrt worden war.

Wickis Vermächtnis bewahrte sie in drei eigenen Werken: Mit dem 2007 veröffentlichten Dokumentarfilm „Verstörung – und eine Art von Poesie“ über sein Leben und Werk, dem gleichnamigen, reich bebilderten Band „Die Filmlegende Bernhard Wicki: Verstörung – und eine Art von Poesie“ und schließlich 2009 der persönlicheren Biografie „Bernhard Wicki: Leben mit einem Filmgenie“, in der sie vor allem über die gemeinsame Zeit und ihre ungewöhnliche Dreiecksbeziehung erzählt.

Für ihr gesellschaftliches Engagement wurde sie mehrfach ausgezeichnet: 2009 erhielt sie das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, 2019 den One-Future-Ehrenpreis für ihr Lebenswerk sowie ebenfalls 2019 die Europamedaille der Bayerischen Staatskanzlei.AKI

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