Arbeiten zusammen: (v. li.) Otto Waalkes, Christopher Seiler und Bernhard Speer. © Pascal Riesinger, Frank Dudek
Otto Waalkes und die Österreicher – dass die zu einer Art Dreamteam werden könnten, hätte man sich nicht unbedingt träumen lassen. Doch Wien-Besucher sollten nicht verpassen, sich Ottos Neuinterpretationen alter Meister in der Albertina anzuschauen. Zum 250-jährigen Jubiläum lud das Museum den ostfriesischen Kalauerkönig und Künstler ein, ausgewählte Werke neu malerisch zu kommentieren – ein Experiment, das so ähnlich schon im Buchheim-Museum in Bernried zu sehen war. Egon Schieles Schwägerin Adele? Hat jetzt unverhofft ein neues Ottifanten-Schoßtier. Das schimmernde Gefieder von Albrecht Dürers Blauracke? Wird von Ottos Götterboten-Kappe ersetzt. Und ein geschäftiger Ottifant rückt dem berühmten Stück Wiese des Nürnberger Meisters gefährlich nahe – mit dem Rasenmäher. „Malen selbst macht immer Spaß, und wenn man so schöne Vorbilder hat, wie in der Albertina, ganz besonders“, sagt das 77-jährige Multitalent im Gespräch mit unserer Zeitung.
Jetzt kommt das Dreamteam in anderer Form nach München: Otto spielt zusammen mit den Liedermachern Seiler und Speer am 15. August auf dem Königsplatz. Auf die Frage, wie er die Austropopper kennengelernt hat, antwortet er: „So richtig erst auf der Bühne.“ Und meint damit sicher, dass die Ösis und der Ostfriese erstaunlich gut harmonieren: Legendär ein gemeinsamer Auftritt im Wiener Ernst-Happel-Stadion zum Seiler/Speer-Hit „Ham kummst“, als Otto die Ode an eine durchzechte Nacht mit einem Fremdwörterbuch „Wienerisch für Piefkes“ ins Steif-Hochdeutsche übersetzte – eine Übung, die er schon mit Wolfgang Ambros‘ „Schifoan“ durchexerziert hatte.
Otto und die Österreicher: „Wir verstehen uns gut“, sagt er. „Wir sind natürlich sehr verschieden – aber Gegensätze ziehen sich an. Wobei ich in Wien immer meinen Trachtenjanker anziehe.“ In München tritt er vor Seiler und Speer mit seinen Friesenjungs auf. Einen „Streifzug durch die Popgeschichte und die Märchenwelt“ verspricht Waalkes, der mit Band bekanntlich alles durch den Kakao zieht, was Noten hat, von Brahms‘ „Ungarischem Tanz Nr. 5“ bis zu „Blackbird“ von den Beatles. Der Königsplatz biete sich da hervorragend an, sagt er: „Ich habe festgestellt, dass gerade in solch gutbürgerlichen Umgebungen, wie neulich in der Elbphilharmonie, die Komik besonders gut ankommt.“
Überhaupt: „München war immer ein gutes Pflaster, egal ob in der Olympiahalle oder im Circus Krone. Die Münchner sind genauso vergnügungssüchtig wie ich.“ Dass er bei Seiler und Speer wieder auf die Bühne kommt, ist Ehrensache. Obwohl: „Die beiden sind zu zweit, und ich bin ganz alleine. Zwei große Österreicher und ein kleiner Friesenjunge.“ Die Schüchternheit kaufen wir ihm nicht ab – wir wissen, was auf uns zukommt: eine Dreifach-Attacke aufs Zwerchfell.JOHANNES LÖHR
Karten für das Konzert
am Königsplatz von 95 bis 110 Euro sind an allen Vorverkaufsstellen erhältlich.