Wiedersehen 2013: Werner Enke mit der Regisseurin May Spils und Uschi Glas.
Legendär: Werner Enke und Uschi Glas in „Zur Sache, Schätzchen“. 1968 kam er in die Kinos. © pa, Düren/dpa
Mit dem riesigen Erfolg von „Zur Sache, Schätzchen“ (1968) wurden Werner Enke und Regisseurin May Spils schlagartig zu den wichtigsten Ikonen einer gänzlich neuen, jungen Generation von deutschen Filmemachern. Unvergessen bleibt Enke in der Hauptdarsteller-Rolle des lethargischen Lebenskünstlers Martin an der Seite von Uschi Glas. Der Film wurde unter der Regie seiner langjährigen Lebenspartnerin May Spils (85) zu einem riesigen Kassenerfolg; für Glas war der Kinohit der Beginn ihrer Karriere.
Auch in seinen nachfolgenden Filmen, unter anderem „Nicht fummeln, Liebling“ (1970), spielte Enke fast immer denselben Typus – den unmotivierten, sympathischen Schwabinger Gammler. Da er diese jugendliche „Null-Bock-Attitüde“ künstlerisch nie ablegte, bekam Enke den Spitznamen des „ewigen Jungfilmers“. Nun ist der Schauspieler und Drehbuchautor im Alter von 85 Jahren gestorben. Wie sein enges Umfeld bestätigte, starb er in seiner Wahlheimat München, wo er jahrzehntelang in lebte.
Dass Enke ein Leben lang mit „Zur Sache, Schätzchen“ verbunden wurde, habe ihn nie gestört, sagte seine Partnerin Spils vor zwei Jahren in einem Interview mit unserer Redaktion. Der Film sei schließlich viel Arbeit und sehr anstrengend gewesen. Über seinen Lebensrhythmus sagte Spils: „Ein Nachtmensch“ sei Enke gewesen: „Man musste ihn aus dem Bett prügeln, wenn wir drehen wollten.“ Gerne habe er bis in die Morgenstunden im „Alten Simpl“ gesessen – ein Schwabinger Urgestein eben, obwohl in Berlin geboren und in Göttingen aufgewachsen.
Ab 1985 zog sich Enke aus der Öffentlichkeit zurück. Erst 2003 trat er wieder in Erscheinung, als er ein Buch unter dem Titel „Es wird böse enden“ veröffentlichte. Es handelt sich um ein rasantes Strichmännchen-Comicbuch für Erwachsene, das den Geist der 68er-Jahre einfängt und das Nichtstun zelebriert. Darin mutmaßt Enke, dass Sterben nicht so schlimm sein kann – zumindest im Vergleich zu dem ganzen Alltagsstress und den lästigen Verpflichtungen des Lebens. Und: „Sonst würden’s nicht so viele tun.“TINA LAYES