Im Innenraum der Kirche sind immer noch Bauarbeiten im Gange, die Sanierung dauert bis 2027 an.
Der Altar ist ein alter Steintrog. Die Gottesdienstbesucher sitzen nicht auf Bänken im Altarraum, sie stehen im Freien auf einer kleinen Wiese. Am kommenden Sonntag wird Münchens bekanntester Pfarrer Rainer Maria Schießler endlich wieder einen Gottesdienst in seiner Kirche St. Maximilian abhalten. „Wir sind wieder zu Hause!“ Das Besondere: Der Gottesdienst wird als Feldmesse im Freien hinter der Apsis, dem Nischenraum, stattfinden. Der Grund: Im Inneren der Kirche sind noch immer Bauarbeiten im Gange.
Seit dem Frühjahr vergangenen Jahres ist die Kirche im Glockenbachviertel geschlossen. Für rund 5,8 Millionen Euro werden unter anderem die Statik im Dachbereich verbessert und die Risse im Mauerwerk saniert. Zudem müssen Brandschutzmängel behoben und Heizungen sowie Elektrik erneuert werden. Zuerst konnte der 65-jährige Pfarrer nur alle zwei Wochen in St. Korbinian oder in der kleinen Korbinianskapelle Messen und Andachten feiern. Dann zum Jahreswechsel ging es ins Interims-Gotteshaus: in die leer stehende evangelische Nazarethkirche in Bogenhausen. Aber auch da war Anfang Juli Schluss, da die Kirche verkauft werden soll.
Nun ist Schießlers Gemeinde quasi obdachlos. Aber im Sommer ist das nur halb so wild. „Wir planen, bei schönem Wetter auch den ganzen August über sonntags und an Maria Himmelfahrt Gottesdienste im Freien zu feiern“, sagt Schießler unserer Zeitung. Am kommenden Sonntag startet er gleich mit einer besonderen Messe: Nach dem Festgottesdienst um 10.30 Uhr segnet der Pfarrer wie jedes Jahr Fahrzeuge aller Art, auch beispielsweise Kinder-Dreiräder. Schießler ist für seine unkonventionelle Art bekannt. Er segnet nicht nur Fahrzeuge, sondern beispielsweise auch Hunde, arbeitete früher nebenbei als Bedienung auf der Wiesn und feiert Schunkelmessen mit der Faschingsgesellschaft Narrhalla.
32 Jahre predigt und feiert Rainer Maria Schießler schon in St. Maximilian an der Isar. Er freut sich, nun wieder heimzukehren. „Ich bin ein Teil dieser Kirche geworden, wir sind eins geworden. Ich kenne hier jeden Stein.“
Der Pfarrer hofft, im September dann zumindest schon in die Apsis der Kirche hineinzukommen. „Die komplette Kirche werden wir wohl erst wieder im Laufe des kommenden Jahres nutzen können.“NINA BAUTZ