Das Viertel ist als bundesweites Leuchtturmprojekt geplant. Die Wohnhäuser sollen durch ein Wärmepumpennetz verbunden werden. © F.: Marcus Schlaf; Visu.: Bureau N (2)
Das Viertel ist als bundesweites Leuchtturmprojekt geplant. Die Wohnhäuser sollen durch ein Wärmepumpennetz verbunden werden. © F.: Marcus Schlaf; Visu.: Bureau N (2)
Sugar Valley heißt das neue Quartier, das auf dem ehemaligen Betonwerk- und Siemensareal in Obersendling entlang der Boschetsrieder Straße entstehen soll – ein CO2-freies Stadtviertel, das ohne fossile Brennstoffe auskommt. Jetzt steht das Energienetz und somit das Wesentliche an der ganzen Sache: Die Immobilienentwicklerin Salvis Consulting und der Energieversorger Bayernwerk Natur, haben vorige Woche einen Vertrag zur Umsetzung eines Energiekonzepts unterschrieben.
Herzstück wird demnach ein unterirdisches Niedertemperaturnetz, das die Gebäude des Quartiers verbindet und das durch Wärmepumpen sowie im Notfall durch Ökostromzulieferung auf Betriebstemperatur gebracht wird. Der Strom für die Wärmepumpen kommt großteils von eigenen Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude. Somit läuft das System vollständig CO₂-neutral. Daher wird das Projekt auch von der EU gefördert.
Torsten Bischoff, Geschäftsführer der Sugar-Valley-Projektgesellschaft: „Bei Sugar Valley fließen Wärme und Kälte genau dorthin, wo sie gerade gebraucht werden. Die verschiedenen Häuser profitieren vom Austausch untereinander. Das ist ein Ansatz, den es in dieser Form in Deutschland noch nicht gibt.“ Für die Mieter bedeute das Planbarkeit: Sie blieben von den Preisschwankungen fossiler Energieträger unberührt. Entwickelt haben das Energiekonzept Salvis, Eon und Bayernwerk Natur gemeinsam mit den Unternehmen Alpha IC, Transsolar und GSK.
Die Bauarbeiten für das Energienetz sollen nächstes Jahr beginnen. Ist eines Tages alles fertig, ist Sugar Valley ein Vorzeigeprojekt: ein gemischt genutztes Quartier mit Büros, Wohnungen, Gastronomie und Kultur auf rund 160.000 Quadratmetern Mietfläche. Das Bauvorhaben setzt sich aus insgesamt elf Gebäuden zusammen. Der zentrale Platz wird dabei von drei 80 Meter hohen Türmen flankiert. Zudem soll es eine Markthalle geben und Veranstaltungsflächen. Insgesamt sind Arbeitsplätze für 5000 Menschen und etwa 220 Wohnungen geplant.IWI