U-Bahn: MVG muss Betriebshof neu planen

von Redaktion

Neuperlach: Studie erzwingt größere Fläche

Die MVG muss den Entwurf für den geplanten U-Bahn-Betriebshof in Neuperlach-Süd grundlegend überarbeiten. Auslöser dafür sind die Wünsche vom Landkreis München und vom Freistaat, die quasi auf Vorrat eingebaut werden sollen: die Verlängerung der U 5 nach Taufkirchen/Ottobrunn und der zweigleisige Ausbau der S7. Eine Machbarkeitsstudie hat nun ergeben: Beides ist am Standort Neuperlach zwar möglich, doch dazu müssen Gebäude verschoben und das Betriebsgelände vergrößert werden. Damit passt jedoch die gesamte bislang erarbeitete Verkehrsplanung vor Ort nicht mehr.

Ein weiteres Problem: Die sogenannte Parkmeile Trudering-Neuperlach, 2024 vom Stadtrat beschlossen, hat Schnittstellen mit dem Abnahmegleis, der bestehenden und geplanten S-Bahn-Trasse, dem Straßen- und Wegenetz rund um den Betriebshof und dem Bau der U-Bahn-Verlängerung. Ausweiten könnte man den Betriebshof auf den angrenzenden Siemens-Parkplatz Süd. Doch die Fläche gehört einem Investor, der dort ein großes Parkhaus hinstellen will – als Ersatz für den Parkplatz Nord, auf dem er Wohnbebauung plant. Eventuell könnte auch das angrenzende Siemens-Gelände mitgenutzt werden. Die Firma will in absehbarer Zeit den Standort verlassen. Doch derzeit ist unklar, was auf dem Gelände weiter passiert.

Der Stadtrat soll Mitte September einer Anpassung der Rahmenplanung aus dem Jahr 2018 zustimmen. Unter anderem müssen Gutachten neu eingeholt und das Verkehrskonzept neu erstellt werden. Die Stadt braucht den Betriebshof, weil sie sonst keine neuen Züge mehr anschaffen kann.

„Den Standortbeschluss für Neuperlach-Süd quasi blind noch mal erneuern zu wollen ist ein Treppenwitz“, findet Perlachs Bezirksausschuss-Chef Thomas Kauer (CSU). Zunächst müssten die Machbarkeitsstudie und die Untersuchungen des Landkreises veröffentlicht werden. „Das Argument, dass ein U-Bahn-Betriebshof im Landkreis mit Blick auf die Zeitachse der Realisierung ausscheidet, trägt nach dem zehnjährigen Hin und Her nicht.“

Das fordert auch die örtliche Bürgerinitiative. Außerdem sollen die aktuellen Kosten genannt werden. „Wer das Projekt langfristig absichern möchte, sollte ein Interesse daran haben, dass die Reihenfolge stimmt: erst prüfen, dann entscheiden“, so BI-Sprecher Weyhardt Bruns. Die BI wolle das Projekt nicht verhindern, aber die Belastungen für Neu- und Waldperlach sowie Neubiberg so gering wie möglich halten.CARMEN ICK-DIETL

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