UNSERE KURZKRITIKEN

Wertvolle Lektüre

von Redaktion

Vor ein paar Wochen ist Hans Pleschinski 70 geworden. C. H. Beck würdigt den Münchner Schriftsteller mit der Neuausgabe seines Romans „Bildnis eines Unsichtbaren“, der 2002 bei Hanser erschienen ist. Die Geschichte setzt an Silvester 1999 in Paris ein – doch nimmt uns der Ich-Erzähler mit in die Kunst- und Literaturszene der jungen BRD und ins München der Achtzigerjahre. Dort wird nicht nur das Leben gefeiert – hier grassiert auch Aids. Der Lebenspartner des Erzählers ist ebenfalls erkrankt; 23 Jahre waren beide ein Paar. Pleschinski zeichnet das „Bildnis eines Unsichtbaren“ sensibel, pointiert und mit großer Erzähllust. Das Schreiben habe ihn an den Rand des seelischen und körperlichen Zusammenbruchs gebracht, bekennt der Autor im Nachwort. „Zu meiner Überraschung wurde der Roman jedoch nicht als eine ausweglose Totenklage gelesen, sondern als ein Aufruf, mit einer oft unerwarteten Tapferkeit den finalen Bedrohungen zu begegnen.“ Das macht dieses Buch bis heute wertvoll.LEIC

Hans Pleschinski:

„Bildnis eines Unsichtbaren“. C. H. Beck, 313 Seiten; 25 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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