BUCH

Blick in die Zukunft

von Redaktion

Stellen Sie sich vor, Sie gehen eines Abends noch schnell zum Kiosk, um der Partnerin eine Limo zu kaufen, und begegnen: sich selbst. Das ist die kuriose Ausgangssituation in Johanna Sebauers neuem Roman „Popóm“. Hendrik Popom gibt es zweimal. Während Hendrik 1, der Ich-Erzähler, erst Ende 20 ist und das mit dem Erwachsensein noch nicht so ganz hinkriegt, ist Hendrik 2 bereits ein gesetzter Herr mit ganz anderen Problemen. Und seltsamen Schrullen. Hendrik stellt seinem älteren Ich, einer Art realem Avatar, nach wie ein Stalker, will ihm nahe sein, alles über ihn erfahren. Darüber verliert er seine Freundin, vernachlässigt seinen Job und sich selbst. Die österreichische Autorin zeigt in dieser unterhaltsamen literarischen Versuchsanordnung, dass es weder guttut noch hilft, in die eigene Zukunft zu blicken. Jeder muss seine Biografie selbst gestalten. Auch wenn’s wehtut.SL

Johanna Sebauer:

„Popóm“, Dumont, 224 S., 24 Euro


★★★★☆ Lesenswert

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