Einmal wie Cosima Wagner sein dürfen

von Redaktion

Cosima Wagner, so ist überliefert, hasste es. Und dabei gab es seinerzeit gar keinen RE 30. Obwohl: Den gibt es heute auch nicht, nur SEV. Und so steht man in Nürnberg Hauptbahnhof, Nelson-Mandela-Platz, und wartet auf den Bus. Für die heilige Komponistenfamilie schien Bayreuth wie unerreichbar. Und jetzt Schienenersatzverkehr, ausgerechnet während der Festspielzeit, das muss man erst mal hinbekommen. Ratlose Gesichter eines japanischen Paares. Nach Aufklärung durch eine Studentin lächeln sie nachsichtig und denken mutmaßlich an ihren Shinkansen. 18 baufällige Eisenbahnbrücken über die Pegnitz, die wollen saniert werden. Seit September 2025. Als der Bus pünktlich eintrifft, rennen alle Touristen mit Koffern und Taschen zum Haltepunkt ein paar Meter weiter. Die Studentin nicht. „Da kommen immer zwei.“ – „Echt jetzt?“ – „Ganz sicher.“ Stimmt. Der zweite mit viel Platz. Ein bisschen staut es sich aus dem Nürnberger Zentrum heraus, doch nach 65 Minuten: Bayreuth Hbf. Bahn-Bashing? Keine Sekunde nötig. DB InfraGo hat mitgeteilt, dass an manchen Brücken länger gebastelt werden muss. Bis 14. September. Da ist die Wagnerei rum, doch dem Städtchen steht das nächste Festival ins Haus: Bayreuth Baroque. Neben deutschen Fans kommen vor allem Franzosen. Ein Tipp an die netten Eingeborenen am Mandela-Platz: „Service de substitution“ wäre der Begriff für die Malaise.

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