BAYREUTHER BLICKPUNKTE

So schwätzen die Stars

von Redaktion

Singen oder spielen können alle ausnehmend gut, das versteht sich hier von selbst. Aber sie schwätzen auch. Vor der Vorstellung, in den Pausen, wenn sie mal nicht dran sind. Dann in Räuberzivil. Jeans, kurze Hose, Kurzarmhemd oder T-Shirt, Nike-Treter, jedenfalls ohne Helm, Rüstung, Frack oder Bühnenrobe. Denn auch das gehört zu Bayreuth: Alle gehören wir hier zur selben Blase, ob im Graben, dies- oder jenseits der Rampe.

Pausen- und Freizeitgespräche der anderen Art sind das, besonders, wenn es auf der Bühne richtig dürftig wird. Womit ich beim „Ring des Nibelungen“ wäre (siehe rechts). Lästereien über die KI werden da hinter kaum vorgehaltener Hand weitergetratscht. Aktuell über die Dummheit der Künstlichen Intelligenz, die alle vier Opern ja themennah bebildern muss. In der Generalprobe zur „Walküre“ soll es zum Beispiel passiert sein, da tauchte im dritten Akt gleich mehrfach der Mann mit dem Schnurrbart auf. Was zum braunen Sumpf vergangener Bayreuth-Zeiten passt, klar. Aber es soll etwas penetrant bis nachhaltig gewesen sein. Dabei hatte doch gerade Michel Friedman in seiner Gedenkrede für den Grünen Hügel eine neue Zeit ausgerufen – was auch immer darunter zu verstehen ist.

Zwei Opern weiter, in der Generalprobe zur „Götterdämmerung“, dann der Mann mit der Orangenhaut. Ausgerechnet, so plaudert der Star im persönlichen Gespräch, zum großen Finale, zum Weltenbrand. Ausgerechnet zu jenen Takten also, wenn sich das Orchester letztmals aufbäumt, auf dass sich der Fan musikalisch erhoben fühlt, Herzrasen und feuchte Augen inklusive, da grinst Trump ins Haus. Was Richard Wagners imponierendstes Opernfinale zusammenfallen lässt wie die Hamsterbacken des US-Präsidenten. Dumm gelaufen.

Doch, so wird weitergetratscht: Es gibt Abhilfe. Nein, sogar Nachhilfe für die „Ring“-KI. Ein Technik-Wächter verfolgt das digitale Geschehen nun mit Argusaugen. Und wenn sich Störfaktoren wie Adolf oder Donald anbahnen, dann gibt‘s was auf die KI-Finger: Aus, Digitalklappehalten, such‘ was anderes. Dabei hätte ich Wünsche. Friedrich Merz zum Gesang des verpeilten Gunther. Oder Jens Spahn und Daniel Funke zu dem des Wälsungenpaares. Oder: einfach Stecker ziehen.

Artikel 1 von 11