Devotionalien (nicht nur) für den Wagnerianer

von Redaktion

Fürst oder Reber, wobei Mozartkugeln von ersterer Firma natürlich die besten sind, Wolferl-Puppen in den Schaufenstern, T-Shirts, sogar Lockenperücken – von Salzburg kann Bayreuth einiges lernen. Will es aber womöglich gar nicht. Wer durch die Fußgängerzone unten in der Stadt flaniert, zwei Kilometer weg vom Heiligen Hügel, der entdeckt: nichts, also fast. Es scheint, den Eingeborenen ist der Wagner-Wirbel wurscht. Abgesehen davon, dass sie am Eröffnungstag für die Polit-Popanze ewige Umwege in Kauf nehmen müssen. Und doch: Es gibt sie, die Devotionalien. Eben andere.

Passend zur Premiere dieses Sommers lockt ein kleiner Laden mit dem Tee „Rienzi“, Aroma Sauerkirsch/Brombeer. Schwarz- und Grüntee ist das, perfekt zum Wachbleiben, es ist notwendig bei diesem Stück. Im Angebot wären noch „Siegfrieds Drachenblut“ (Rooibos/Orange) oder „Walküre“ (Roiboos/Pfirsich). Aus der Schokoladenmanufaktur gibt es die Geschmacksrichtungen „Parsifal“ und „Lohengrin“. Da es sich in beiden Fällen um züchtige Gralsritter handelt mutmaßlich zuckerfrei, womöglich noch vegan. Der Playmobil-Wagner ist seit Wochen auch andernorts ein Renner. Und ganz besonders gewitzt ist ausgerechnet die Touristeninformation. Die offeriert eine Christbaumkugel, das verschneite Opernhaus ist darauf zu sehen (nur noch fünf Monate!), Socken mit Richard-Kopf selbstverständlich in Brauntönen, Michel Friedman) und einem Geldschein. Wagner breitet da die Arme aus, im Hintergrund die barocke Eremitage am Rande der Stadt und das Festspielhaus. Nennwert: 0 Euro. Ein Foul am Stadtheiligen. Dazu passt eine Gedenktafel gleich nebenan, an der Opernstraße 26: „Hier hat Richard Wagner nie gewohnt“.

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