Das Showgen hat er früh in sich entdeckt: Paul Anka.
Begehrter junger Mann und Musiker: Anka Ende der 50er-Jahren inmitten von Fans. © Keystone
Der Hüftschwung geht noch: Paul Anka, hier im Mai dieses Jahres bei einem Auftritt in Florida. © imago, Archiv
Seine romantischen Balladen lassen bis heute Herzen höher schlagen. Als Schöpfer von Hits wie „My Way“ für Frank Sinatra oder „She’s a Lady“ traf Paul Anka den Nerv eines Weltpublikums. Vom jungen Idol mit Schmalzlocke zu einer prägenden Figur im Musikbusiness steht Anka für eine Karriere, die Jahrzehnte überspannt. Heute wird der Musiker 85 Jahre alt. Zeit, ein paar Fakten über den Weltstar zusammenzutragen:
Als Teenie ein Superstar: Die Schule ist nicht sein Ding, aber den kleinen Paul locken die Bühnenwelt und die Musik des großen Showbusiness. Im Alter von nur 15 Jahren bekommt der Sohn libanesisch-syrischer Eltern für seinen Schlager „Diana“ einen Vertrag. Videos aus der Zeit zeigen den stets adrett gekleideten Anka umgeben von Scharen kreischender Teenies. Die Single verkauft sich millionenfach.
Er hält einen Rekord: Paul Anka hält den Rekord als der einzige Künstler, der in sieben aufeinanderfolgenden Jahrzehnten Songs in den Billboard Hot 100 Charts platzieren konnte. Dieser beispiellose Meilenstein reicht von seinen frühen Hits wie „Diana“, „Puppy Love“ und „Put your Head on my Shoulder“ bis zu neueren Veröffentlichungen.
Er schrieb bekannte Hits für Weltstars: Für Frank Sinatra schrieb Anka die legendäre Nummer „My Way“, einen der erfolgreichsten Welt-Hits überhaupt, den später auch Elvis Presley interpretierte und in den 80er-Jahren sogar Punker Sid Vicious. Barbra Streisand, Engelbert, Sonny und Cher sowie Tom Jones („She’s a Lady“) sangen alle Paul Ankas Kompositionen. Im Jahr 1975 veröffentlichte er sein Album „Feelings“. Das Titelstück wurde erneut zum Welterfolg und zählt zu seinen populärsten Arbeiten. Anka hat auch an Michael Jacksons weltweitem Nummer-eins-Hit „This is it“ mitgeschrieben.
Schnelle Nummer: „Das kann ich auch“, dachte sich der junge Paul Anka selbstbewusst, als er den ersten Rock’n’Roll-Song seines Lebens hörte. Und wie er konnte. Er setzte sich ans Klavier, dachte an ein Mädchen in seiner Schule und schrieb innerhalb von 20 Minuten den Schmachtfetzen „Diana“.
Anka ließ sich mit der Mafia ein: Anka hat sich eigenen Erzählungen zufolge vor Jahrzehnten mit der Mafia eingelassen – und war damit nicht alleine. Im Interview mit dem „Spiegel“ erzählte er von seinen Erlebnissen in den 1960er-Jahren mit dem „Rat Pack“ – also Entertainern um Frank Sinatra oder Dean Martin – und deren vermutlich zwielichtigen Verwicklungen. „Damals war ich ein durchgedrehtes Teenieidol, aber ich wollte werden wie Dean Martin oder Frank Sinatra, alles ältere Leute“, sagte Anka. „Wir arbeiteten seinerzeit übrigens alle – alle! – für die Mafia.“ Die Mafia, die damals „alles kontrolliert“ habe, habe ihn gemocht, weil er Geld verdient habe. „Es war die aufregendste und lehrreichste Zeit meines Lebens.“
Sein Fitnessrezept: Anka steht auch mit Mitte 80 noch auf der Bühne. Seine Stimme klingt dabei erstaunlich kräftig. Seine Gesundheit hat der Kanadier immer priorisiert und etwa weitgehend auf Alkohol verzichtet. Zu seinen Ritualen zählt ein täglicher Shot aus Olivenöl und Zitronensaft. Außerdem setzt er auf Selleriesaft, wie er in der Dokumentation „Paul Anka: His Way“ erzählte. Und im Interview mit „Page Six“ verriet er: Er halte sich von Stress und stressauslösenden Menschen fern.ANNE POLLMANN