Eine Ulknudelei zum Jubiläum

von Redaktion

Das Lustspielhaus feiert mafiamäßig mit „Mord, Moral und Mortadella“

Mit harten Bandagen bekämpfen sich die Mafiosi auf der Bühne des Lustspielhauses.

Am Apparat: Sonja Kling.

Hände hoch! Gabi Rothmüller.

Wiedersehen: Michael Altinger (li.), Luise Kinseher und Ottfried Fischer.

30-Jähriges feiert das Lustspielhaus. Die Gäste kamen in Scharen an die Occamstraße.

Sprang aus der Torte: „Mary from Bavary“, Luise Kinseher. © Fotos: Martin Hangen

Pasta la vista, Baby! Oder auch: Heute gibt’s die Henkersravioli! Till Hofmanns großer Kleinkunst-Tempel, das Lustspielhaus an der Münchner Occamstraße, beschenkt sich zum 30. Geburtstag selbst mit einer amüsanten Ulknudelei. Und es macht den Fans von Kabarett und Bayern-Gaudi ein Angebot, das man nicht ablehnen kann: Das Jubiläumsprogramm „Mord, Moral und Mortadella“, das bis 15. August läuft, ist eine Occamstraßen-Oper, ein Mafia-Spektakel, eine Pointen-Schießerei, die man gesehen haben sollte. Hier schläft keiner ein. Nessun dorma, verstehen’S?

Till Hofmanns Leib-und-Magen-Regisseurin Gabi Rothmüller und ihr Kreativ-Gespons Alex Liegl haben sich den Italo-Irrsinn ausgedacht – bei dem frisch gewaschenes Sch(m)utzgeld auf der Wäscheleine getrocknet wird, und bei dem die Akteure nach „kurzer schwerer Krankheit“ die Heimaterde von unten betrachten. Wie kurz war die schwere Krankheit eigentlich? „Sehr kurz, vier Schüsse!“

In Anlehnung an 30 Jahre Lustspielhaus geht es darum, dass sich zwei Mafia-Clans im „Casa della Passione“ (bestimmt an der Occamstrada) treffen, um das 30-jährige Jubiläum ihres Friedensschlusses zu feiern. Wobei sie sich am liebsten mitten ins Herz treffen. Denn auf „Frieden schaffen ohne Waffen“ hat hier keiner Lust. Ziel ist es, die Konkurrenz zünftig über den Haufen zu schießen.

Man sieht: Die beiden Autoren, die auch als Isar-Italiener auf der Bühne glänzen, haben sich erfolgreich bemüht, kein Mafia-Klischee auszulassen. Und das macht dank „depperter“ Story (Liegl), herrlicher Darsteller wie Mafia-Blondie Sonja Kling und üppiger Inszenierung großen Spaß. Das österreichische Anarcho-Duo Robert Blöchl und Roland Penzinger alias BlöZinger muss hier gar nicht viel sagen und tun – die beiden stehen für sanftes Umbringen, für Totlachen statt Totschießen.

Der Bud Spenzer Heart Chor unter der Leitung von Dominik Schauer sorgt für eine hinreißend italienische Musikverpackung, von „Mamma Maria“ über „Tornero“ bis zum Spaghettiwestern-Soundtrack von Ennio Morricone. Und wenn das Drehbuch gar zu viel Confusione verbreitet, soufflieren die Sängerinnen und Sänger den Darstellern gern, wie’s denn jetzt weitergeht.

„Ich weiß nicht, ob Ihr von der Handlung was verstanden habt“, spöttelt Luise Kinseher, die als „Mary from Bavary“ und als „die Taylor Swift Bayerns“ aus der Jubiläums-Torte springt. Ach Luiserl, als ob es darauf ankäme! Jedenfalls ist für jede Vorstellung ein anderer Überraschungs-Torten-Rausspringer angesagt, darunter Constanze Lindner, Michael Mittermeier, Michael Altinger, Christl Sittenauer, Willy Astor sowie Herbert und Schnipsi. Wer wann kommt, ist geheim. Man kann also auch öfter reingehen zu „30 Jahre Lustspielhaus“. Denn so viel Lach und Schieß gab’s in München lange nicht mehr zu sehen.JÖRG HEINRICH

Bis 15. August

Karten ab 29 Euro unter
www.lustspielhaus.de.

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