Hommage an Miles Davis

von Redaktion

Der Jazz Sommer widmet sich der Legende

Er besuchte Miles Davis einst in Malibu: Fotograf Ralph Quinke. © api/Tinnefeld

Er wäre im Mai 100 Jahre alt geworden:Miles Davis, eine, wenn nicht sogar die Jazz-Legende des 20. Jahrhunderts. In München kann man ihm jetzt ein Stückchen näherkommen, denn im Rahmen des Jazz Sommers im Bayerischen Hof, zeigt das Hotel die sehenswerte Ausstellung „Miles Davis – Three Days in Malibu“ des Fotografen und FilmemachersRalph Quinke. Es sind ausschließlich Schwarz-Weiß-Fotografien, entstanden für die Schweizer Kulturzeitschrift „DU“, für die Quinke den eigenwilligen amerikanischen Jazz-Trompeter 1989 in seinem Haus in Malibu besucht hatte: „Vor meiner Reise hatte ich Sorge, ob unser Treffen überhaupt stattfinden würde, denn bei meinem letzten Auftrag für einen Film standen wir in Malibu drei Tage lang vor verschlossenen Türen und mussten unverrichteter Dinge wieder abreisen. Auch wusste ich, dass Davis weiße Journalisten nicht besonders mochte. Doch wir hatten Glück. Sein Neffe Vincent Wilburn öffnete uns die Tür“, erzählt er.

Beim Eintreten in die Villa am Pacific Coast Highway, welche auf den ersten Blick wie ein Bunker – Ausdruck für Davis’ Abschottung von der Außenwelt – wirkte, sei Quinke überrascht gewesen. Über die Unordnung, aber auch über die eher unspektakuläre Einrichtung. „Im Endeffekt wurde das Eis zwischen uns gebrochen, nachdem wir mit ihm über seine Kunstwerke sprachen. Das hat ihm offensichtlich so gefallen, dass während der fast vier Stunden, die wir bei ihm waren, ein richtig guter Flow entstanden ist. Also durfte ich ihn porträtieren, private Momente mit der Kamera festhalten und Davis, der ein leidenschaftlicher Fan von rasanten Sportwagen, außerdem Hobbyboxer war, setzte sich auch für mich auf seinem Ferrari und beim Boxen in Pose.“ Zum Abschied überraschte er die Journalisten: „Miles schenkte uns zwei Skizzen, die er gemalt hatte, während wir bei ihm waren, und lud uns zu seiner Geburtstagsparty in Hollywood ein – wo auch Musikgrößen wie Quincy Jones und Lionel Richie anwesend waren.“ANKE SIEKER