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Mahlzeit!

von Redaktion

Der erste Bissen entscheidet ja immer. Der ist hier vor allem heiß. Doch als sich der Brennschock gelegt hat, senden meine Geschmacksnerven Widersprüchliches. Eine „Champagner-Bratwurst“ wird in der Fressbudengasse neben dem Festspielhaus angeboten. Quasi nachgeschmissen für 8,50 Euro. Zwei längliche Fleischteile im Darm, umschlossen von pappigen Semmelhälften. Doch kein Moët & Chandon oder Dom Pérignon: Dieses Brät schmeckt irgendwie süßlich. Das Kopfkino vermutet Schlimmes, Zunge und Gaumen halten sich lieber an die Linie Senf, Typ mittelscharf. Eine Brezn zur Rachenreinigung kommt nicht infrage, die kostet 6,50 Euro.

Es ist nicht leicht, Hunger und Durst am Festspielhaus ohne Zusatzgehalt zu stillen. Trotzdem sind die Schlangen lang, das jugendliche, mutmaßlich ungelernte, trotzdem freundliche Aushilfspersonal müht sich. Auch deshalb, so der Verdacht, dauern Bayreuther Pausen 60 Minuten.

Wer sich schon beim Karten- und Hotelpreis verausgabt hat, schlendert lieber den Hügel hoch. Zu den vollen Parkplätzen, wo sich Herren in Schwarz und Damen in luftigem Bunt an aufgeklappten Kofferraumdeckeln versammeln. Der Inhalt: meist ein Picknickkorb. Oder man geht noch ein paar Schritte weiter.

Längst kein Geheimtipp mehr ist das Kneippbad der Stadt Bayreuth. Für die Eingeborenen, erst recht für die Festspielgäste. Ein Holzhaus steht auf der Wiese mit freiem Blick auf Hügel und Wälder. Davor Tische, Bänke, Schirme – ein Imbiss. Die Brezn für zwei, das Schinkenbrot mit Gurke für sieben und, ganz wichtig, das bleifreie Bier für 3,50 Euro. Alles Schnäppchen. Und ein Stammtreff für Ticketbesitzer, Festspielbedienstete und, ja, Journalisten. Alle Gruppen vermischen sich zu Ratsch und Schlemmen. Ein Idyll. Man muss aufpassen, dass man den Fanfaren-Ruf unten vom Festspielhaus hört, der das Ende der Pausen markiert. Manchmal sind sie das Beste an den Aufführungen.

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